12:05 23 Oktober 2018
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    BP-Erbe: Ölpest im Golf von Mexiko bringt Killerbakterie zur Welt

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    Nach Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“ droht den Touristen und Einwohnern der Küste des Golfs von Mexiko Lebensgefahr. Im dortigen Wasser ist die Bakterie Vibrio vulnificus aufgetaucht, die beim Gelangen in den menschlichen Körper zum Verlust der Extremitäten bzw. zum Tod führen kann.

    Einheimische meinen, dass die neue Gefahr wegen der Ölpest 2010 entstand, für die der BP-Konzern verantwortlich ist.

    „Ich habe eine eigene Theorie. Viele sagen, dass es Vibrio schon immer im Wasser gab. Doch ich bin hier aufgewachsen und hatte keine Probleme bis zur Ölpest, die sich wegen BP ereignete“, sagte Kim Farve, Direktor der Reinigungsanlagen in Bay St. Louis.

    Dieser Version stimmt auch Jocko Angle von Biloxi zu, dessen Bein nach der Infektion um das Doppelte angeschwollen war. Er gründete eine Gruppe auf Facebook, wo er über seine Krankheit und ähnliche Fälle berichtet.

    „Ich denke, Öl zusammen mit Chemikalien schufen günstige Bedingungen für Vibrio“, zitiert die Zeitung Jocko Angle.

    Man kann sich auf zwei Wegen anstecken – via rohe Meeresprodukte bzw. eine Wunde, auch eine Schürfwunde. Nachdem die Bakterie in den Körper gelangt ist, kommt sie in eine Schicht zwischen Muskeln und der Haut und verbreitet danach Toxine, die das Gewebe zerstören.

    Nach CDC-Angaben  (US-Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten) aus dem Jahr 2014 wurden 97 mit Vibrio infizierte Menschen in Krankenhäuser gebracht, 27 von ihnen starben. Laut der Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA handelt es sich bei 50 Prozent der Ansteckungen um tödliche Fälle.

    2010 war es auf der Bohrinsel Deepwater Horizon des BP-Konzerns zu einer Explosion gekommen, wodurch eine Ölpest verursacht wurde. Innerhalb von 152 Tagen strömten rund fünf Millionen Barrel Öl in den Golf von Mexiko. Die Fläche der Ölpest belief sich auf 75.000 Quadratkilometer. Im April 2016 wurde BP von einem Gericht verpflichtet, eine Entschädigung in Höhe von 20,8 Milliarden US-Dollar an die USA zu zahlen.

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    Tags:
    Ölpest, Bakterie Vibrio, British Petroleum (BP), Jocko Angle, Kim Farve, Golf von Mexiko