19:59 10 Dezember 2019
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    Weißer Zwerg bombardiert Roten Zwerg

    „Krieg der Sterne“ entdeckt: Weißer Zwerg bombardiert Roten Zwerg

    © Foto : M. Garlick/University of Warwick/ESO
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    Bei der Beobachtung des Doppelsternsystems AR im Sternbild Skorpion hat die Forschergruppe um Tom Marsh von der britischen Universität Warwick entdeckt, wie der zum System gehörende Weiße Zwerg einen zweiten Stern mit Radiostrahlung „beschießt“. Wird der Rote Zwerg getroffen, so gibt es auf dessen Oberfläche ein helles Leuchten.

    Obwohl dieses Doppelsternsystem schon seit 40 Jahren bekannt ist, hatten die Astrophysiker bei seiner Beobachtung nie etwas Ungewöhnliches bemerkt. Erst jüngste Beobachtungen mittels einer superschnellen UltraCam und dem William-Herschel-Teleskop (WHT) ließen vermuten, dass in diesem Teil des Weltalls „echte Sternenkriege“ im Gange sind, wie diese Erscheinung scherzhaft getauft wurde.

    Um den größeren Roten Zwerg, dessen Masse etwa ein Drittel der Masse unserer Sonne erreicht, rotiert ein kleinerer Weißer Zwerg, dessen Masse aber bereits etwa 81 Prozent der Sonnenmasse beträgt. Beide umkreisen sich in knapp vier Stunden. Der Weiße Zwerg rotiert dabei mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit innerhalb von nur zwei Minuten um die eigene Achse. Dies und das starke Magnetfeld zwingen ihn, den Roten Zwerg alle zwei Minuten mit einem gebündelten Strahl aus bis fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigten Elementarteilchen zu „bombardieren“. Die Energie, die der größere Stern dabei erhält, wird als elektromagnetische Strahlung im Ultraviolettbereich bis hin zur Radiostrahlung ausgestrahlt. So kommt es, dass dieses gesamte Doppelsternsystem regelmäßig alle knapp zwei Minuten kurzzeitig hell aufleuchtet.

    Wie die Forscher behaupteten, haben Astrophysiker einen derartigen „Beschuss“ mit gebündelter Strahlung bisher noch nicht beobachten können. Um diese Erscheinung in vollem Umfang zu studieren, seien deren weitere Beobachtung und Erforschung erforderlich, so die Wissenschaftler.

    Das Forscherteam um Tom Marsh hat seine Analysen im Fachblatt „Nature“ veröffentlicht.

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    Tags:
    William-Herschel-Teleskop, Tom Marsh, Weltraum