20:30 22 September 2020
SNA Radio
    Wissen
    Zum Kurzlink
    1396
    Abonnieren

    Chinesische Astronomen haben die bisher älteste Ansammlung von Galaxien im Sternbild Sextant in einer Entfernung von 11,1 Milliarden Lichtjahren entdeckt. Das Ergebnis der Forschung lässt darauf schließen, dass die Galaxien sich viel früher zu Gruppen zu vereinigen begannen, als bisher angenommen, berichtet die Nasa.

    „Diese Ansammlung von Galaxien zeichnet sich nicht nur durch eine große Entfernung von uns, sondern auch dadurch aus, dass sie ein rasantes Wachstum durchlebt, wie wir es noch nie beobachtet haben“, sagte Tao Wang von der Universität Nanjing (China).

    Die Entdeckung wurde mithilfe des US-Röntgenobservatoriums „Chandra“ und seines europäischen Analogons HMM-Newton gemacht.

    Fotos: Seltene Sterne, rätselhafte Galaxien und andere Weltraum-Wunder

    Laut den Forschern können die genannten Teleskope die Röntgenstrahlung „wahrnehmen“, die von heißem Gas in den von uns entfernten Galaxien bzw. deren Ansammlungen erzeugt wird. Das Gas wird in schwarzen Löchern dank des gravitätischen Zusammenwirkens dieser „Sternen-Megapolen“ auf Millionen bis Milliarden Grad Kelvin aufgeheizt.

    „Kannibalen“-Galaxie
    © Foto : ESA/Hubble & NASA/ Judy Schmidt
    Die Erforschung des Gases, insbesondere in den ersten Galaxien, kann neues Licht auf die Theorie der Entstehung des Universums werfen. So kann geklärt werden, wie Sterne in den ersten Epochen nach dem Urknall entstanden, warum sich ihre Bildung in den heutigen elliptischen Galaxien fast völlig eingestellt hat und wie sich die ersten Galaxien zu größeren Ansammlungen zu vereinigen begannen.

    All diese Fragen können laut Wang und seinen Kollegen mit der Erforschung des Galaxienhaufens CL J1001+0220 geklärt werden, der 17 große Galaxien umfasst.

    Nach der Erkenntnis der Wissenschaftler werden neue Sterne in neun der entdeckten Galaxien mit einer phantastisch hohen Geschwindigkeit von mehr als 3.000 Sonnenmassen im Jahr „geboren“ – Tausende Male schneller als in den Galaxien von heute.

    Eine so hohe Zahl an aktiven Galaxien und die Tatsache, dass die Bildung einer großen Ansammlung von Galaxien um 700 Jahrmillionen früher begann, als bisher angenommen, sprechen laut den Forschern dafür, dass die Theorie der Entstehung des Universums revidiert werden muss.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Astronomen entdeckten möglicherweise bewohnbaren Planeten in Erdnähe - ESO
    Hobby-Astronomen filmen Jupiter-Kollision - VIDEOS
    Woher kommt das „Alien-Signal“? Russische Astronomen lüften Geheimnis
    Forscher verfolgen Geburt eines „Riesen-Sternen-Babys“
    Tags:
    NASA, China