16:17 22 November 2019
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    Raumfahrt: Roskosmos will 10.000 Quadratkilometer von China pachten

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    Die russische Raumfahrtagentur „Roskosmos“ will 10.000 Quadratkilometer Land in China pachten, meldet die russische Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag. Auf dem Territorium sollen verschlissene Teile russischer Trägerraketen nach deren Einsatz niedergehen.

    Die russische Behörde hat ihre Pläne zum Pachten chinesischen Bodens bei der offiziellen Präsentation zukünftiger Trägerraketen bekannt gegeben. Die Raketen „Sunkar“ sowie die leichtere Version der „Proton“ sollen laut der Zeitung in der nächsten Dekade in Betrieb gehen. Gebaut werden die Flugkörper beim russisch-kasachischen Gemeinschaftsunternehmen „Bajterek“.

    Zeitungsinformationen zufolge werden die russischen Trägerraketen Teile ihrer Bugverkleidung über der chinesischen Provinz Xinjiang abwerfen, was die vorübergehende Evakuierung der Einwohner erfordert und dem Bau von Wohnhäusern und Industrieanlagen in der Region im Wege steht.

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    Derzeit werde geprüft, wo genau die verschlissenen Raketenteile niedergehen werden: „Diese Frage wird unter Einhaltung aller notwendigen Vorschriften geklärt. Die Entscheidung wird gemeinsam mit allen beteiligten Einrichtungen und gemäß den geltenden Regeln getroffen“, zitiert die Zeitung einen Roskosmos-Sprecher.

    Gegenwärtig zahlt Russland seinem Nachbarland Kasachstan 460.000 US-Dollar jährlich (420.000 Euro) für die Nutzung einer angrenzenden Region zu gleichen Zwecken. Dort gehen Teile von Raketen nieder, die auf dem benachbarten Stützpunkt der russischen strategischen Raketenstreitkräfte starten. In den Jahren 2011 und 2012 versuchte Kasachstan einen Nutzungsvertrag für die Gebiete Aktjubinsk und Kustanaj im Wert von zwei Millionen US-Dollar mit Russland abzuschließen. Dort sollten Teile von Trägerraketen niedergehen, die auf dem Weltraumbahnhof „Bajkonur“ starten.

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    Laut Medienberichten wird Roskosmos eine der vier Startrampen für die Proton-Trägerraketen des Kosmodroms an Kasachstan übergeben. Das Joint-Venture „Bajterek“ wird zum neuen Eigentümer der Startrampe. Die Anteilseigner des Gemeinschaftsunternehmens sind das kasachische Finanzministerium und der russische Raketenbauer „Khrunichev“.

    Bis 2020 sollen die leichte und mittlere Version der Proton-Raketen zum Einsatz kommen. Die Übergabe der Startrampe war eine Bedingung Kasachstans dafür, dass die neuen Trägerraketen vom Kosmodrom „Bajkonur“ in der kasachischen Steppe starten dürfen. In 2025 soll die Proton-Familie durch die russisch-kasachische Trägerrakete „Sunkar“ abgelöst werden. Plänen zufolge wird „Sunkar“ mit einem im Vergleich zur Proton-Rakete umweltverträglichen Treibstoff betrieben werden. Im russischen Raumfahrtprogramm sind 30 Milliarden Rubel (400 Millionen Euro) ab 2018 für die Entwicklung der neuen Trägerrakete bewilligt worden.

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    Tags:
    Proton, Sunkar, Bajterek, Roskosmos, Kasachstan, Russland, China