02:28 29 Januar 2020
SNA Radio
    Wissen
    Zum Kurzlink
    518010
    Abonnieren

    Forscher aus Russland und der Ukraine haben gemeinsam eine Metalllegierung entwickelt, die selbst bei Tiefsttemperaturen fest und dennoch flexibel bleibt. Das berichtet die Fachzeitschrift „Journal of Alloys and Compounds“.

    „Wissenschaftler aus aller Welt beschäftigen sich derzeit mit einer besonderen Art von Legierungen“, sagt Nikita Stepanow von der russischen Staatlichen Universität Belgorod. „Diese Legierungen bestehen zu etwa gleichen Anteilen aus vier bis fünf Metallelementen – anders als übliche Mischmetalle, bei denen meist ein Element überwiegt“, erklärt der Werkstoffspezialist.

    Hoch-Entropie-Legierungen heißen solche Werkstoffe, die erst vor relativ kurzer Zeit entwickelt wurden. Der Begriff kam erst 2004 auf, die eigentliche Forschungsarbeit begann vor sieben Jahren.

    In der Praxis fanden solche Legierungen nahezu keine Anwendung – bevor Stepanow und seine Kollegen vom Institut für Physik und Technik aus dem ukrainischen Charkiw das Mischmetall verbesserten.

    Stahlkocher (Symbolbild)
    © Sputnik / Jegor Jerjomow
    Stahlkocher (Symbolbild)

    Die Forschergruppe habe an einer für die Praxisanwendung vielversprechenden Hoch-Entropie-Legierung aus Kobalt, Chrom, Eisen, Nickel und Mangan gearbeitet. Und es sei den Wissenschaftlern gelungen, den größten Nachteil dieser Legierung zu beseitigen: Die unzureichende Festigkeit.

    Selbst bei Tiefsttemperaturen bleibe die Legierung des Forscherteams plastisch und dehnbar. Sie lasse sich mit geringem Kraftaufwand verformen – selbst bei Temperaturen, bei denen andere Metalle spröde und brüchig würden, berichtet das Fachjournal. Dies habe die russisch-ukrainische Forschergruppe durch Hinzufügen von einem Prozent Kohlenstoff und eine spezielle Bearbeitungsmethode erreicht. Die Festigkeit der Legierung habe sich dadurch verdoppelt, ohne ihre plastischen Eigenschaften zu beeinträchtigen, so Stepanow von der Universität Belgorod.

    Interessant sei der neue Werkstoff für Auto- und Raketenbauer, die Atomindustrie und die Hersteller von Medizintechnik.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Diese alte chinesische Firma wird Smartphone-Markt aus den Angeln heben – Medien
    „Keine Bedrohung? Dann schaff eine!“: Ex-DDR-Spion erklärt Zweck von Nato-Großübungen
    „Kein Schuss ohne toten Nazi“: Scharfschützin Rosa Schanina starb vor 75 Jahren
    „Welches Nachbarland war so irre?“: Wo ein Kraftwerksmitarbeiter „politisch Gezerrte“ herausfordert
    Tags:
    Journal of Alloys and Compounds, Nikita Stepanow, Ukraine, Russland