17:00 18 November 2019
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    Dunkle Materie (Symbolbild)

    Sonne und Dunkle Materie: Russland setzt Projekte wegen Geldmangel aus

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    Russland muss die Projekte Interheliosond und Millimetron zur Erforschung der Sonne und Dunkler Materie, die spätestens 2015 hätten stattfinden sollen, wegen Geldmangels bis auf weiteres verschieben. Das teilte ein Sprecher der Russischen Wissenschaftsakademie am Dienstag mit.

    „Das Projekt Interheliosond ist kompliziert und teuer und muss auf den Zeitraum nach 2025 verschoben werden“, sagte Lew Seljony, Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Russischen Wissenschaftsakademie. Auch der Bau der Weltraum-Observatorien Gamma 400 und Millimetron zur Erforschung Dunkler Materie und Dunkler Energie würden nicht vor 2025 beginnen. Der Forscher betonte, dass Russland keines der Weltraum-Projekte endgültig aufgebe.

    Ende 2015 hatte Seljony geäußert, dass für die Fortsetzung der Projekte Interheliosond und Millimetron zusätzlich 150 Milliarden US-Dollar notwendig seien.

    Interheliosond  ist ein gemeinsames Vorhaben von Russland und 13 europäischen Staaten. Es ist geplant, eine Forschungssonde direkt in die Sonnenkorona zu schicken. Die Sonde soll sich auf nur 30 bis 40 Sonnenradien an die Oberfläche des Sterns annähern.

    So nah ist bislang noch kein anderes Gerät an die Sonne gekommen. Von der Mission versprechen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Sonnenaktivität und damit verbundene Effekte, sowie über die Sonnenkorona und den Sonnenwind. Auch sollen dadurch die aktuellen Wissenslücken über die polaren Bereiche der Sonne und der Heliosphäre gefüllt werden.

    Das geplante Weltraumteleskop Millimetron wird in Wellenlängenbereichen von 0,3 bis 17 mm arbeiten und soll das nächste Umfeld Schwarzer Löcher erforschen und neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Exoplaneten liefern.

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    Tags:
    Dunkle Energie, Dunkle Materie, Sonne, Russland