02:22 29 Juni 2017
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    Sensationeller Fund: Fossil entpuppt sich als Dino-Hirn

    © REUTERS/ University of Cambridge
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    Britische und australische Wissenschaftler haben versteinertes Gewebe eines Dinosaurier-Hirns entdeckt.

    Der Amateur-Paläontologe Jamie Hiscox hatte 2004 in einer kleinen Gemeinde in der südenglischen Grafschaft Sussex ein Fossil gefunden, das von der Form her einem Rugby-Ball ähnelte. Über zehn Jahre lang war die Entdeckung nicht weiter beachtet worden. Bis Geowissenschaftler der University of Cambridge den Klumpen genauer unter die Lupe nahmen.

    Nach Ansicht der britischen Forscher gehörte das Hirngewebe einem Iguanodon oder einer anderen entenschnabelartigen pflanzenfressenden Echsenart, die vor 133 Millionen Jahren, in der Kreidezeit, auf dem europäischen Kontinent existierte, heißt es in einem Artikel der Zeitschrift der Geological Society of London.

    „Dass Hirngewebe erhalten bleibt, ist absolut unwahrscheinlich. Daher ist dieser Fund eine Sensation“, sagte Alex Lew vom geowissenschaftlichen Institut der University of Cambridge.

    Das Gehirn sei so gut erhalten, weil es in sauerstoffarmemund stark salzhaltigem Wasser „mariniert“ worden sei, mutmaßen die Wissenschaftler. Der Dinosaurier sei wohl in einem Gewässer ertrunken und sein Kopf sei im Schlamm versunken. Damals habe große Hitze geherrscht, weswegen die Gewässer austrockneten und sich in Schlammlöcher verwandelten. In einer solchen „Marinade“ sei der Dino-Kopf eingelegt gewesen.

    Im Zuge der Untersuchung sei auch die Frage nach der Größe eines Dinosaurier-Hirns aufgekommen. Allgemein wird angenommen, dass Blutgefäße den Großteil eines Reptilien-Kopfes ausmachen – das Gehirn nimmt nur die Hälfte des Schädelvolumens ein. Der Fund deute jedoch darauf hin, dass das Gehirn eines Dinosauriers dem eines Vogels oder Krokodils gleiche und den gesamten Schädel ausgefüllt haben musste.

    Die Wissenschaftler betonen, dass es voreilig wäre, von einem einzigen Fund auf den Bau der Gehirne aller Dinosaurier zu schließen. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass die gängigen wissenschaftlichen Meinungen dazu revidiert werden müssen.

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    Tags:
    Dinosaurier, Gehirn, Alex Lew, Jamie Hiscox, London