13:46 26 Januar 2020
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    Zwar nimmt der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre weiter zu, seit zwölf Jahren jedoch mit gleichbleibendem Tempo. Grund dafür sind Grünpflanzen, die durch eine intensivere Photosynthese den steigenden Ausstoß von Kohlendioxid kompensieren. Das berichtet das Fachmagazin „Nature“.

    Je höher der CO₂-Ausstoß infolge der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen ist, desto stärker verläuft die Photosynthese von Grünpflanzen. Dadurch würden vermehrte Emissionen von Kohlendioxid kompensiert, lautet das Ergebnis einer Studie des Umweltforschers Trevor Keenan vom kalifornischen Forschungsinstitut „Berkley Lab“.

    Zwischen 1959 und 2002 habe der CO₂-Anteil deutlich zugenommen, sei zwischen 2002 und 2014 jedoch auf dem gleichen Niveau von 1,9 ppm geblieben, konstatiert der Wissenschaftler.

    Der kumulative Schneeballeffekt sei die Ursache dafür: Je mehr CO₂ in der Atmosphäre, desto aktiver die Photosynthese, die zu stärkerem Pflanzenwachstum führt, infolge dessen mehr Pflanzen auch wieder mehr Kohlendioxid verarbeiten.

    „Dieser Zusammenhang betont, wie wichtig es ist, Ökosysteme zu schützen, die vermehrt CO₂ verbrauchen“, sagt der Wissenschaftler Keenan.

    Die Naturschützer von Nature Conservancy, einer gemeinnützigen Umweltorganisation, können dem nur zustimmen. Besonders in urbaner Umgebung würden die CO₂-verbrauchenden Pflanzen uns wertvolle Dienste leisten, heißt es in ihrer Studie. Die städtischen Pflanzen würden nicht nur Kohlendioxid aufnehmen. Sie reduzieren auch den Gehalt von Staubpartikeln in der Luft und lindern die Folgen der globalen Erderwärmung – wie etwa der Hitzewellen. Berechnungen der gemeinnützigen Organisation zufolge können Investitionen in die Bewaldung und Bepflanzung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar dazu führen, dass zwischen 65 und 75 Millionen Menschen mit frischer und sauberer Luft versorgt werden.

    Frosch
    © Foto : Wikipedia/SathyabhamaDasBiju

    Die Verbrennung fossiler Brennstoffe bei der wirtschaftlichen Aktivität des Menschen hat zur Folge, dass der Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre heute 400 ppm erreicht – auf einen Kubikmeter Luft kommen somit 400 Milliliter CO₂, wie aus dem aktuellen Umweltbericht der Vereinten Nationen hervorgeht. Und dieser Wert steigt weiter an, wenn auch langsamer als vor 15 Jahren. Von diesen Daten ausgehend ist für unseren Planeten in diesem Jahrhundert ein Temperaturanstieg von 2,9 bis 3,4 Grad Celsius zu erwarten – deutlich mehr als die 1,5 Grad, die im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurden. Um den Temperaturanstieg wenigstens auf zwei Grad zu begrenzen, müssten die CO₂-Emissionen um 25 Prozent jenes Volumens reduziert werden, das in den nationalen Programmen der Unterzeichnerstaaten vorgesehen sei, rät die UNO.

    Solange die Menschen um gemeinsame Anstrengungen bei der Reduktion von Treibhausgasausstoß streiten, übernehmen wohl die Pflanzen den aktiven Part.

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    Tags:
    CO2, Klimawandel, Trevor Keenan