07:45 20 Januar 2020
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    Meeresbiologen aus der russischen Hafenstadt Wladiwostok haben herausgefunden, dass Bartwurm-Kolonien auf dem Ozeangrund ein Indiz für verborgene Öl- und Gaslagerstätten sind. Das berichtet der Pressedienst der Fernöstlichen Föderalen Universität (FFU).

    Die Bartwürmer siedeln in Meeresgebieten, die potentiell reich an Öl- und Gasvorkommen sind. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie den Aufbau und den Stoffwechsel der Würmer untersucht hatten.

    „In der Tiefe ihres Körpers gibt es ein besonderes Organ. Dieses enthält Bakterien, die Methan verarbeiten können. Das Gas oxidiert unter ihrer Einwirkung“, erklärt Wladimir Malachow, Leiter des Labors für wirbellose Meerestiere der FFU. „Bei diesem Prozess wird Energie frei, die die Würmer zur Synthese organischer Stoffe, also für den Stoffwechsel, verwenden“, so der Wissenschaftler weiter. Ihr Stoffwechsel sei ähnlich der Photosynthese, nur dass die notwendige Energie nicht von der Sonne komme, sondern aus der Methanoxidation.

    Fernöstlichen Föderalen Universität (FFU)
    Fernöstlichen Föderalen Universität (FFU)

    „Die Bartwürmer brauchen also Methan in recht hohen Konzentrationen – nicht weniger als einen Milliliter auf einen Liter Meeresgrund. Deshalb kamen wir zu dem Schluss, dass die Siedlungsgebiete der Bartwürmer vielversprechend für die Öl- und Gasförderung sind“, so der Meeresbiologe.

    Die Praxis scheint diese Annahme zu bestätigen: Die Bartwürmer würden dort vorkommen, wo es bereits erkundete Öl- und Gaslagerstätten gibt und die Gewinnung stattfindet – in der Nord- und der Barentssee sowie auf dem Schelf nahe Sachalin. In Russlands fernöstlichen Gewässern seien die Bartwürme im Ochotskischen und dem Beringmeer entdeckt worden, sagte Malachow.

    „Die Menschheit verfügt noch über weitere Öl- und Gasvorräte unter den Weltmeeren. Wo sie gesucht werden müssen, verraten die Bartwürmer“, sagt der Forscher.

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    Tags:
    Öl, Gas, Wladimir Malachow, Russland