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    Russische und deutsche Forscher entdecken neue Krebs-Diagnostikmethoden

    © Foto: National Cancer Institute \ Univ. of Pittsburg Cancer Institute
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    Wissenschaftler der Nationalen Universität für Nuklearforschung MEPhI und der Moskauer Lomonossow-Universität haben zusammen mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien und der Friedrich-Schiller-Universität Jena eine neue Methode zur Erkennung von Krebserkrankungen der Milchdrüse entdeckt.

    „Nanotheranostik“ bedeutet eine Kombination von Diagnostik- und Therapiemethoden im nanotechnologischen Bereich. Eine der aussichtsreichsten Methoden der Nanotheranostik ist die Nutzung der Nanoteilchen des porösen Siliziums zur Entdeckung der betroffenen Zellen.

    Die Nanoteilchen des Siliziums (SiNPs) haben mehrere bedeutende Vorteile gegenüber anderen Teilchen in Nanogröße, die zur Feststellung und Behandlung von Tumoren genutzt werden: Sie sind biokompatibel, haben eine niedrige Zytotoxitität und Gentoxitität.

    SiNPs verfügen über die Fähigkeit zur biologischen Auflösung, was für ihre völlige Ausscheidung aus lebendigen Zellen und Gewebe äußerst wichtig ist. Zudem weisen sie nützliche Eigenschaften für Brachy- und fotodynamische Therapie in Silizium-Nanostrukturen auf.

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    Nanoteilchen des porösen Siliziums können auch als auflösbarer Nano-Container zur Beförderung von Medikamenten genutzt werden.

    Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass die völlige Ausscheidung von porösem Silizium aus dem Körper innerhalb von einigen Wochen ohne Feststellung irgendwelcher Merkmale von Toxizität möglich ist. Die Dauer des biologischen Abbaus des Siliziums wird von seiner Konzentration im Blutplasma und vom Inhalt im Gewebe bestimmt.

    Allerdings sind alle diese Wege der Analyse nicht präzise, langsam und äußerst arbeitsaufwendig.

    Die MEPhI-Wissenschaftler beschreiben zusammen mit ihren Kollegen eine neue Herangehensweise an die extrakorporale Erforschung des intrazellularen Verhaltens des SiNPs, seine Lokalisation und seinen biologischen Abbau in Krebszellen der Milchdrüse durch die Nanotheranostik-Methode der Mikro-Spektroskopie der Raman-Streustrahlung. Die Ergebnisse der Studie wurden in der angesehenen Wissenschaftszeitschrift „Nanomedicine: Nanotechnology, Biology and Medicine“ (Nanomedicine: NBM) veröffentlicht. 

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    „Dank den vereinten Anstrengungen der Spezialisten, die eine neue Wissenschaftsrichtung – die Nanotheranostik – vertreten, bekommen wir die Möglichkeit, die Ergebnisse der Behandlung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen zu optimieren“, sagte der Professor des Labors für Bionanophotonik der MEPhI, Viktor Timoschenko.

    Neue Methoden eröffnen den Weg zur Vernichtung von Krebszellen und –tumoren mit Subzellen-Präzision, wobei die in diesem Prozess genutzten Nanoteilchen nach der Prozedur ohne jegliche unerwünschte Nebeneffekte aus dem Körper ausscheiden.

    „Die Nanotheranostik wird es unseren Patienten ermöglichen, die Folgen der Chemo- und Strahlentherapie zu vermeiden, die einen viel größeren Schaden als die Erkrankung selbst anrichten“, sagte der Experte.

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    Tags:
    Krebs, Nationale Universität für Nuklearforschung (MEPhi), Moskauer Lomonossow-Universität (MGU), Viktor Timoschenko, Deutschland, Russland