02:42 22 November 2017
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    Antimaterie in Weltraum

    Physiker: Teilchenbeschleuniger FAIR in Darmstadt erzeugt nach 2020 Antimaterie

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    Der in Deutschland in Bau befindliche Teilchenbeschleuniger FAIR, auch zweiter Großer Hadronen-Speicherring (Large Hadron Collider) genannt, soll nach 2020 die Möglichkeit erhalten, Antimaterie zu schaffen. Der wissenschaftliche Direktor von FAIR, der russische Akademiker Boris Scharkow, sprach darüber am Dienstag in Nowosibirsk vor der Presse.

    „Es wird eine solche Möglichkeit geben, da in unserem Projekt die Antimaterie nicht nur bis auf kolossale Geschwindigkeiten beschleunigt wird, sondern auch abgebremst und in speziellen ‚Fallen‘ aufbewahrt werden kann, wo Atome und Moleküle der Antimaterie geschaffen werden können“, sagte der Wissenschaftler.

    Ihm zufolge soll FAIR zum Jahr 2025 seine volle Kapazität erreichen. Dieser Forschungskomplex sei auf die Lösung eines breiten Spektrums wissenschaftlicher Aufgaben orientiert, zum Beispiel auf die Modellierung von Bedingungen für das Entstehen schwerer chemischer Elemente bei einer Supernova-Explosion, auf die Erforschung elektromagnetischer Felder und des Plasmas, ebenso auf die Modellierung der Einwirkung kosmischer Strahlung auf biologische Organismen.

    Die Antimaterie ist Materie, die aus Antiteilchen besteht und sich in der Natur nicht stabil bilden kann. Wie Experimente zeigten, ist Antimaterie ein exaktes Spiegelbild der Materie.

    FAIR und das Standardmodell

    Bei FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) handelt es sich um eine Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen. Sein Herzstück soll ein 1,1 Kilometer langer Ringbeschleuniger sein. Das Projekt zählt zu den größten Forschungsvorhaben weltweit. Der Teilchenbeschleuniger FAIR wird  auf der Basis des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt gebaut. Früheren Meldungen zufolge  will man damit in der Physik der Elementarteilchen Prozesse suchen, die über den Rahmen des Standardmodells — eines theoretischen Modells, welches das Zusammenwirken aller bekannten kleinsten Bausteine der Materie beschreibt — hinausreichen. An der Verwirklichung des Projekts beteiligen sich 15 Länder, darunter Russland. Die Projektkosten belaufen sich auf über eine Milliarde Euro.

    Ein ähnliches Projekt ist das Europäische Kernforschungszentrum CERN bei Genf.

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    Tags:
    Antimaterie, FAIR, CERN, Darmstadt
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