15:13 06 Dezember 2019
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    Biochemiker aus Russland und Finnland haben Nano-Vehikel entwickelt, um Chemotherapeutika direkt in die Tumorzellen zu bringen und dort freizusetzen. Dadurch soll bei einer Krebstherapie gesundes Gewebe geschont werden, wie das „Journal of Controlled Release“ berichtet.

    Russische Forscher haben gemeinsam mit ihren finnischen Kollegen die Vorzüge bisheriger Krebsbehandlungsmethoden kombiniert. Sie haben poröse Nanopartikel aus Silicium entwickelt, die die Krebspräparate aufsaugen und direkt in die Geschwülste bringen können.

    Diese Bio-Vehikel sind mit einer wärmebeständigen Polymer-Schicht belegt. Dadurch bleiben sie bei Körpertemperatur stabil. Erhöht sich die Umgebungstemperatur jedoch auf über 37 Grad Celsius, dehnt sich die Polymer-Struktur aus und setzt so deren Inhalt frei.

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    Andrej Kudrjawzew vom russischen Institut für theoretische und experimentelle Biophysik beschreibt die Funktionsweise der neuen Bio-Vehikel so: „Die Nanopartikel mit dem Anti-Tumor-Präparat werden direkt in die Krebszelle eingesetzt und danach mit elektromagnetischen oder Infrarotwellen bestrahlt. Dadurch erwärmt sich die Polymer-Schicht des Partikels, dehnt sich aus und setzt das Präparat frei“, heißt es im Fachmagazin.

    Im gesunden Gewebe, dessen Temperatur 37 Grad nicht übersteigt, bleiben die Präzisionspartikel also stabil und entladen das Therapeutikum erst bei Wärmeeinwirkung dort, wo es gebraucht wird. Da die Partikel biologisch abbaubar sind, bringen sie keine Nebenwirkungen mit sich, wie sie aus dem Einsatz von Metallpartikeln bekannt sind.

    Laborexperimente an krebskranken Mäusen haben die theoretischen Annahmen der Forscher bestätigt: Die Nanopartikel haben die Krebstumore besiegt, ohne die umliegenden gesunden Zellen anzugreifen.

    Derzeit arbeitet das Forscherteam daran, die Bio-Vehikel zu optimieren, damit sie auch beim Menschen sicher und effektiv eingesetzt werden können.  

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    Tags:
    Krebs