11:47 16 Juni 2019
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    Geigen von Antonio Stradivari

    Stradivari verliert Kampf mit Gegenwart – Experiment

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    Sowohl das Publikum als auch die Musiker haben moderne Geigen den alten Instrumenten von dem berühmten Antonio Stradivari vorgezogen, die derzeit Millionen US-Dollar kosten. Wie es zu dem erstaunlichen Ergebnis einer Studie von amerikanischen Wissenschaftlern gekommen ist, schreibt das Portal Phys.org.

    Dem Bericht zufolge haben Experten zuvor den Musikinstrumenten des italienischen Geigenbaumeisters ein ganz besonderes Merkmal zugeschrieben. Am Ohr eines spielenden Musikers soll sich so eine Geige leise anhören, aber der daraus erzeugte Klang soll sich dagegen durch einen weiten „Flug“ auszeichnen. Vom Publikum und von den Musikern werde der Klang der Instrumente als „sehr lebhaft“ beschrieben. Der Ton „flackere“ und „bewege sich wie ein Kerzenlicht“.

    Die Untersuchung dieses Phänomens wurde in zwei großen Hallen in New York und Paris durchgeführt. Dem Publikum wurde Musik auf drei Stradivari-Geigen und drei modernen Instrumenten vorgespielt, die nicht älter als zehn Jahre waren.

    Die Geigen wurden sowohl solo als auch mit Orchester gespielt. Das Experiment war „blind“, denn den Musikern waren die Augen verbunden und alle Künstler befanden sich hinter einem Schirm – das Publikum konnte also nicht sehen, was für ein Instrument zu welchem Zeitpunkt gespielt wurde.
    Die Ergebnisse der Studie wurden im Online-Magazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht.

    „Unabhängig von der musikalischen Erfahrung haben die Zuhörer neue Geigen den alten vorgezogen und festgestellt, dass sich neue Instrumente durch einen weiteren ´Flug´ des Tons auszeichnen, als die alten“, so die Wissenschaftler.

    Demnach konnten aber weder die Musiker noch die Zuhörer neue und alte Geigen vom Klang her sicher unterscheiden.

    Laut Medien verfügt eine Stradivari-Geige über die Besonderheit, dass sie äußerst gut im Bereich zwischen 2.000 und 4.000 Hertz klingt. Dieser Klangbereich ist für das menschliche Gehör am empfindlichsten. Dies führt dazu, dass selbst ein sehr leise gespielter Ton in einer großen Konzerthalle weithin hörbar ist.

    Insgesamt hatte Stradivari 1.100 Instrumente gebaut. Derzeit ist in der Welt etwa Hälfte davon erhalten geblieben. Manche Exemplare kosten Millionen US-Dollar. Besonders hoch werden Geigen aus der so genannten goldenen Periode von Stradivari geschätzt, die in den Jahren 1700 – 1725 hergestellt worden waren.

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    Tags:
    Experiment, Geige, Studie, Musik, Antonio Stradivari, New York, Paris, USA, Frankreich