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    Forscher entdecken Planeten mit Atmosphäre wie Schaumstoff (Symbolbild)

    Forscher entdecken Planeten mit Atmosphäre wie Schaumstoff – Studie

    © REUTERS / R. Hurt/Caltech/IPAC
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    US-Astronomen haben im Sternbild Sextant einen ungewöhnlichen Exoplaneten entdeckt, dessen Atmosphäre so leicht wie Schaumstoff ist. Diese Eigenschaften machen den Planeten zu einem guten Objekt für die Forschung nach Spuren von Leben, schreibt das amerikanische „Astronomical Journal“.

    „Dieser Planet hat sich buchstäblich aufgeplustert – er hat eine fünfmal geringere Masse als der Jupiter, ist dabei aber um 40 Prozent größer“, so der Astronom Joshua Pepper von der Lehigh University in Bethlehem im US-Bundesstaat Pennsylvania.

    Die Dichte des Planeten, der als KELT-11b bezeichnet wurde, habe den gleichen Wert wie Schaumstoff, weswegen seine Atmosphäre rekordgroß sei.

    „Das macht ihn zu einem idealen Übungsplatz für das Prüfen unserer Methoden für die Erforschung von Exoplaneten“, sagte Pepper weiter.

    Gewaltiger Aufprall
    © Foto : Université Paris Diderot/Labex UnivEarthS.
    KELT-11b wurde mit zwei automatischen Teleskopen in den USA und in Südafrika entdeckt, als er vor dem Stern HD 93396, dem älteren Analogon der Sonne, vorbeizog. Der Planet befinde sich in ungewöhnlicher Nähe des Sterns, etwa fünfmal näher als der Merkur zur Sonne. KELT-11b sei deswegen stark erhitzt, was die „Aufschwellung“ seiner Atmosphäre erklären könne.

    Die aufgelockerte und große Atmosphäre von KELT-11b kann laut Pepper das Geheimnis der chemischen Zusammensetzung von Gasriesen lüften. Die Wissenschaftler wollen darauf neue Methoden der Suche nach Spuren von Leben und auch der Einschätzung der Bewohnbarkeit von erdähnlichen Planeten ausprobieren, deren Atmosphären hundertmal unbequemer für die Forschung seinen, weil sie nicht so dick seien und ihre Zusammensetzung weniger einheitlich sei.

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    In den letzten zehn Jahren hatten Astronomen Tausende Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Einige davon gleichen ihrer Größe nach der Erde, andere dem Jupiter. Derzeit erforschen  Planetologen ihre Atmosphären, um die Wahrscheinlichkeit der Existenz von Leben auf diesen Planeten einzuschätzen und die Geschichte ihrer Entstehung aufzuklären.

    Dabei führten Studien von sogenannten heißen Jupitern, den größten und für die Forschung bequemsten Exoplaneten, zu guten Ergebnissen. Die chemische Zusammensetzung der glühend heißen Atmosphäre dieser Planeten gleicht den Gashüllen des Jupiter und des Saturn. Sie bestehen überwiegend aus Wasserstoff, Helium und Kohlenwasserstoffen, in ihren Himmeln entdeckten Forscher exotische Wolken aus Glas und Blei sowie Regen aus Edelsteinen.  

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    Tags:
    Planet, Forschung, Wissenschaft, Weltraum, USA