18:36 26 Juli 2017
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    Blick auf Ägypten aus der Internationalen Weltraumstation (Archivbild)

    Wird die Erde zum Höllenplaneten? Zweifel an Hawkings' Prophezeiung

    © Foto: NASA/Scott Kelly
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    Die Vorhersagen von Stephen Hawking, die Erde würde sich zu einem Planeten wie die Venus entwickeln, und zwar wegen der enormen Ausstöße von Treibhausgasen, stimmen weder mit theoretischen Kalkulationen noch mit empirischen Vorhersagen überein, wie der Klimaexperte Gareth Jones vom Meteorologischen Zentrum Großbritanniens erklärte.

    „Es ist leider nicht das erste Mal, dass Stephen Hawking solche Dinge sagt. Vorerst verfügen wir über keine Beweise dafür, dass die Konzentration der Treibhausgase auf der Erde in absehbarer Zeit explosiv zunehmen würde. So etwas wäre wohl erst in mehreren Milliarden Jahren möglich, wenn die Sonne wesentlich heller wird. Aber dann wird auch die Politik auf der Erde ganz anders sein“, erläuterte der Wissenschaftler.

    Vor etwa einer Woche hatte Hawking in einem Interview mit BBC erklärt, der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen würde zu „unumkehrbaren“ Veränderungen auf der Erde führen, so dass die Menschheit die Erde verlassen müsste, wenn sie überleben wolle.

    „Wir befinden uns an dem ‚Punkt ohne Wiederkehr‘, wenn die globale Klimaerwärmung total unumkehrbar sein wird. Das Vorgehen Präsident Trumps könnte dazu führen, dass die Erde dieses Limit überschreitet und der Venus ähnlich wird, wo die Temperatur bei etwa 250 Grad liegt und wo es Säureregen gibt“, warnte der Astrophysiker.

    Jones erwiderte jedoch, dass solche Prognosen nicht der Wahrheit entsprächen. Nach seinen Worten gibt es aktuell keinen einzigen Wissenschaftler, der glauben würde, die Erde könnte nur wegen der Treibhausgasemissionen zu einer „zweiten Venus“ werden.  Selbst wenn man alle Kohlenwasserstoffe auf der Erde verbrennen würde, würde die Temperatur um zehn Grad steigen, aber nicht um mehrere Hundert Grad.

    „In solchen Fällen passiert nun einmal ziemlich oft, dass viele herausragende Wissenschaftler ziemlich dumme Dinge sagen, wenn sie nach etwas gefragt werden, was außerhalb ihres Kenntnisstandes liegt. Das ist eine eigenartige ‚Krankheit des Nobelpreisträgers‘“, stimmte dem britischen Klimatologen auch sein US-amerikanischer Kollege Zeke Hausfather von der University of California, Berkeley zu.

    Ähnlich äußerte sich auch Michael Mann von der University of Pennsylvania, den LiveScience zitierte. Nach seinen Worten befindet sich die Erde viel zu weit von der Sonne entfernt,  als dass auf der Erde ein so starker Treibhauseffekt wie auf der Venus entstehen könnte.

    Andererseits stimmten alle Experten Stephen Hawking zu, dass der globale Klimawandel Realität ist, so dass es der Menschheit künftig es schwerer fallen würde, den Temperaturanstieg auf anderthalb bzw. zwei Grad zu beschränken, wie das im Pariser Klimaabkommen verankert ist, falls die USA und andere Länder aus dem Dokument aussteigen sollten. Das würde zwar die Erde nicht in ein gigantisches „Treibhaus“ verwandeln, aber immerhin die Umweltsysteme stark verändern, weshalb mehr Menschen wegen Wetterschwankungen sterben würden. Außerdem würde dann der Meeresspiegel um mehrere Meter steigen.

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    Tags:
    Klimaerwärmung, Wissenschaftler, Klimawandel, Stephen Hawking, Großbritannien
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