09:16 14 Dezember 2019
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    Überraschende deutsche Entdeckung zur Erderwärmung: Gletscher heizen Erde auf

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    Obwohl das Eis der Gletscher die Sonneneinstrahlung zurück in den Weltraum reflektiert und den Planeten auf diese Weise abkühlt, bewirkt es langfristig das „Auftauen“ der Erde.

    Forscher aus Deutschland und den USA haben in einer Untersuchung festgestellt, dass das Wasser, welches wegen der stärkeren Sonneneinstrahlung von den Gletschern in die Weltozeane mündet, die Zusammensetzung der Weltmeere verändert, sodass mehr CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen wird. Mit der Zeit führt der Anstieg des CO2 in der Luft zum sogenannten Treibhauseffekt, welcher wiederum zu einem erhöhten Schmelzen der Gletscher führt – womit eine Art umwelterwärmender Teufelskreis entsteht. Mit der Zeit allerdings wird der CO2-Gehalt in der Luft wieder sinken, sodass ein erneutes Vereisen zu erwarten ist, was wiederum einen neuen klimatischen Zyklus einleiten wird. Diese Ergebnisse wurden von den Wissenschaftlern im Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

    Die Autoren dieser Forschungsarbeit verglichen die Zusammensetzung derjenigen Flüsse, die das Wasser von den tauenden Gletschern aufsammeln und weiter in die Weltmeere führen, mit denen, die unter „Normalbedingungen“ fließen. Der direkte Vergleich offenbarte, dass das „Gletscher-Wasser“ oft gelöste Sulfide in sich trägt, die, sobald sie die Weltmeere erreichen, die Alkalinität des Wassers erhöhen. Da die Menge des CO2, welches vom Wasser gespeichert werden kann, auch von dessen Alkalinität abhängt, bewirken mehr Sulfide, dass das Wasser das gespeicherte CO2 abgibt. Würde sich dagegen die Menge der Sulfide im Wasser verringern, könnte es wieder mehr CO2 aus der Luft aufnehmen. Offensichtlich ist, dass ein weiterer Anstieg der Alkalinität der Weltmeere auch die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre erhöhen und somit zu einer weiteren Gletscherschmelze führen wird.

    Eisgigant von Antarktis abgebrochen
    © AP Photo / Natacha Pisarenko
    Insgesamt gehen die Forscher davon aus, dass die Gletscher vor allem in der Zeit, als es noch keinen künstlichen CO2-Austoß in die Luft gab, eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Weltklimas gespielt haben. Möglicherweise war es gerade dieses Phänomen, das die Welt aus der globalen Vereisung des Präkambrium-Zeitalters herausgeführt hatte, als der Planet vermutlich bis zu dem Äquator vereist war.

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    Tags:
    Entdeckung, Erwärmung, Arktis, USA, Deutschland