20:18 19 Oktober 2017
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    Hai im Moskauer Ozeaneum

    Forscher errechnen tatsächliche Lebensdauer von Haien

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    Die Lebensdauer von Haien ist stark unterschätzt worden – sie können nicht wie bisher angenommen 50, sondern sogar 70 Jahre alt werden. Das berichtet ein Ozeanforscher in der Zeitschrift "Nature".

    "Unsere aktuellen Beobachtungen weisen darauf hin, dass das Alter sämtlicher Haie unterschätzt wird, und nicht nur der Arten, die wir erforscht haben oder auf die unsere Kollegen aufmerksam wurden. Jetzt darf dieses Problem nicht mehr ignoriert werden. Das Alter aller Knorpelfische muss aufs Neue bestimmt werden“, sagte Alistair Harry von der James Cook University in Townsville (Australien).

    Hai
    © Sputnik/ Oleg Lastochkin
    Die Haie gehören zu den langlebigsten Fischen. Sie sind Wirbeltiere. Die Grönlandhaie (Somniosus microcephalus) leben beispielsweise durchschnittlich etwa 200 oder 300 Jahre, und einige können bis zu 500 Jahre alt werden, was sie zu den langlebigsten Wesen auf dem Planeten macht. Andere Haie, wie Wissenschaftler früher dachten, können durchschnittlich etwa 20 oder 40 Jahre leben, je nach ihrer Größe und Stoffwechselgeschwindigkeit. 

    Der Alterungsprozess verändert das äußere Erscheinungsbild von Haien und Fischen nicht. Wie ermitteln nun aber die Wissenschaftler das Alter dieser Tiere?  Dafür werden Fische geangelt und ihre Wirbel aufgeschnitten. Anhand der Schichten der Wirbel wird die Zahl der Jahre berechnet. Mit diesen Berechnungen, wie die Beobachtungen für das Wachstum der Haie in Gefangenschaft gezeigt haben, kann ihr Alter präzise bestimmt werden.

    Diese Idee, wie Harry erzählt, rief in den letzten Jahren Zweifel hervor. Die Beobachtungen bei gewöhnlichen Sandhaien in ihren natürlichen Lebensräumen hätten beispielsweise gezeigt, dass ihr reales Alter um einige Dutzend Jahre höher sein kann, als die Zahl der "Jahresringe" in ihren Knochen anzeigt.

    Wegen dieser Berichte hat Harry angefangen, alle Altersbestimmungen von Haien, die in den letzten 50 Jahren durchgeführt wurden, zu analysieren und zu versuchen, darin Fehler zu finden und zu korrigieren. Dafür berechnete der Forscher die typische Wachstumsgeschwindigkeit von Haien. Dabei stützte er sich auf die „Spuren“ von nuklearen Tests in ihren Knochen und leuchtenden Markierungen, die die Ozeanforscher in den Organismus und die Knochen der Haie einführten, bevor sie freigelassen wurden.

    Nachdem er diese Angaben verglichen hatte, entdeckte der australische Forscher, dass das Alter aller Haie systematisch unterschätzt wurde und es in Wirklichkeit um 20 bis 30 Jahre höher war, als zuvor angenommen wurde. Tigerhaie leben beispielsweise nicht 20 Jahre, sondern etwa 40 Jahre, und Heringshaie etwa 65 Jahre und nicht 38 Jahre.

    Wie Harry hervorhebt, kann diese Fehleinschätzung der Lebensdauer der Haie dafür sprechen, dass die Populationen dieser Fische im Atlantik und im Pazifischen Ozean viel "älter" sein können, als Wissenschaftler heute meinen, was ihre Fähigkeit beeinflussen kann, Junge zu werfen und sich an die neuen Bedingungen der Umgebung anzupassen.

    Außerdem kann das lange Leben der Haie dafür sprechen, dass sie langsamer wachsen, als die Wissenschaftler früher angenommen haben. Das ist äußerst wichtig für die Korrektur der Quoten für das Angeln von Haien, die aus Berechnungen zusammengestellt wurden, dass diese Fische schneller wachsen, als sie es in Wirklichkeit tun.

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    Tags:
    Lebensdauer, Entdeckung, Hai, Forschung, Australien
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