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21:52 21 August 2019
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    Höhle in den schweizerischen Alpen (Archivbild)

    Lavaröhren auf dem Mars: Ein Zuhause wie für Menschen geschaffen

    © Sputnik / Wladimir Pesnya
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    Um in der aggressiven Umwelt unseres Nachbarplaneten zu überleben, könnten künftige Mars-Missionen Lavaröhren unter dessen Oberfläche nutzen. Eine solche Vision haben italienische Astrophysiker auf einer Fachtagung in der lettischen Hauptstadt Riga dargelegt, wie das Portal „vistanews“ berichtet.

    Wo auf der Erde einst Vulkane ausbrachen, dort sind unterirdische Lavaröhren zu finden. Sie entstehen, weil die oberen Lavaströme an der Erdoberfläche schneller erkalten als die unteren: Erst bildet sich eine Lavakruste. Fließt die restliche Lava darunter weg, bleibt ein Hohlraum zurück – bis zu 30 Meter hoch und mehrere Kilometer lang.

    Solche unterirdischen Tunnelsysteme sind sicherlich auch auf dem Mars zu finden, wie die Wissenschaftler vermuten. Übrigens: Italienische Forscher von der Universität Trient arbeiten derzeit an der Entwicklung einer speziellen Radaranlage, um eben solche Lavaröhren unter der Oberfläche des roten Planeten aufzuspüren.

    Weil die Gravitation des Mars einige Besonderheiten aufweist, müssten die dortigen Lavaröhren laut den Forschern höher und deutlich länger sein. Umso besser für die künftigen Mars-Bewohner: Sie haben dann schlicht mehr Platz für ihre außerirdische Kolonie.

    So eine Siedlung wäre auch von Anfang an vor schädlicher Sonnenstrahlung, Radioaktivität und Meteoriten geschützt, die in der vergleichsweise dünnen Mars-Atmosphäre nicht verglühen können.

    Zudem könnten die ersten Menschen auf dem Mars in den Lavaröhren relativ leicht eine erdähnliche Umgebung schaffen – mit vergleichbarer Luftzusammensetzung, —temperatur und —feuchtigkeit. Solarzellen oder ein kompakter Kernreaktor würden die Energieversorgung der Mars-Kolonie im Lavalabyrinth sicherstellen.

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    Tags:
    Entdeckung, Forschung, Vulkan, Kolonisierung, Mars