08:33 18 November 2019
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    Vorbereitung auf den Flug des ersten künstlichen Satelliten der Erde.

    Mit dem Geniestreich „Sputnik 1“ das Tor zum Weltall aufgestoßen

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    60 Jahre Weltraumfahrt (13)
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    Gerhard Kowalski ist Raumfahrtjournalist und berichtet seit Jahrzehnten vor allem über die sowjetische bzw. russische Raumfahrt. Er hat als Korrespondent der DDR-Nachrichtenagentur ADN aus der Sowjetunion berichtet, auch über den Start des ersten Deutschen ins All, Sigmund Jähn, am 26. August 1978. Bis heute ist er der Raumfahrt treu geblieben.

    Im Studio-Interview erzählt Gerhard Kowalski (Jahrgang 1942) von seinen Erfahrungen und wie er 60 Jahre Raumfahrt seit Sputnik 1 einschätzt. Er berichtete unter anderem davon, wie es dem sowjetischen Chefkonstrukteur Sergej Koroljow mit dem Geniestreich „Sputnik 1“, einer kleinen erdgleichen Kugel mit Antennen, gelang, am 4. Oktober 1957 den ersten Satelliten ins All zu schießen, und damit für Furore sorgte. Der eigentlich geplante erste wissenschaftliche Satellit der Sowjetunion sei dann Monate später als „Sputnik 3“ in den Kosmos gestartet. Die Sprache von „Sputnik 1“ habe jeder Mensch auf der Erde verstanden: Das einfache „Piep, Piep, Piep“.

    Kowalski erzählt, was für ihn der größte Erfolg in der Geschichte der Raumfahrt ist und wie frühzeitig die Sowjetunion erste Sonden zum Mond und zu den Planeten schickte. Er erinnert sich an den Tag des Starts des ersten Menschen ins All, Juri Gagarin, am 12. April 1961 und wie dadurch klar wurde, dass er später als Raumfahrtjournalist arbeiten wird. Gagarin habe mit seinem offenen freundlichen Gesicht und seiner charismatischen Art „den Menschen generell“ verkörpert, der mit seinem Lächeln die ganze Welt eroberte. Über den ersten Raumfahrer und seine Geschichte hat Kowalski inzwischen mehrere Bücher veröffentlicht, die auf zum Teil bis dahin unbekannten Dokumenten beruhen.

    Er spricht auch über die Opfer – 14 US-Astronauten und vier sowjetische Kosmonauten ließen bei Raumflügen ihr Leben – und die militärischen Wurzeln der Raumfahrt. Im Interview berichtet der Journalist außerdem vom Start des ersten deutschen Kosmonauten 1978 und wie er die Zukunft der Raumfahrt sieht: „Das ganz große Zukunftsziel wird der Mars sein.“ Der Planet sei aber bisher noch technisch für bemannte Raumschiffe unerreichbar. Deshalb sei vorerst der Mond wieder das Zwischenziel als Stufe auf dem Weg zum Mars. China beteilige sich inzwischen an dem neuen Wettlauf zum Erdtrabanten. Aber die Zukunft der Raumfahrt liege in großen internationalen, weniger in nationalen Projekten, schätzt Kowalski ein. Er hofft, dass die zunehmenden irdischen Konfrontationen nicht auf die bisher friedliche und einvernehmliche Zusammenarbeit im Kosmos abfärben, bleibt aber optimistisch.

    Mit Gerhard Kowalski sprach Tilo Gräser

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    Forschung, Jahrestag, Interview, Weltraum, Sputnik-1, UdSSR