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04:49 22 August 2019
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    Gefährlicher als Gewehrkugel: Räumt Einer mal den Müll im Weltraum weg?

    © Foto: NASA
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    Es wird eng im Erdorbit. Forscher sagen sogar, die Lage sei kritisch: 14.000 Schrottstücke kreisen derzeit um die Erde – über 4.500 ausgemusterte Satelliten kommen noch hinzu. Wer für den meisten Müll verantwortlich ist, weiß das britische Magazin „Business Insider“.

    Ungefährlich ist nur ein kleiner Teil dieses Schrotts. Über 90 Prozent des ganzen Weltraummülls sind größere Trümmer – Raketenstufen, Satellitenteile, verlorenes Werkzeug, wie das Portal schreibt. Und sie bewegen sich auf unkontrollierbaren Bahnen mit dem zehnfachen Tempo einer Gewehrkugel.

    Computermodell des Mülls im Erdorbit (Archivbild)
    © Foto : NASA
    Computermodell des Mülls im Erdorbit (Archivbild)

    Stoßen die Trümmer dann auch noch zusammen, zersplittern sie in tausende Kleinteile und geistern mit hohem Tempo weiter durchs Weltall. Die Europäische Weltraumbehörde ESA hat laut dem Portal nachgerechnet: Über 170 Millionen Partikel von einem Millimeter Durchmesser fliegen mit der Geschwindigkeit einer Stadtbahn um unseren Planeten.

    Verantwortlich dafür sind laut dem Magazin vor allem drei Länder: USA, Russland und China. Rund 4.000 große Schrottstücke gehen allein aufs Konto der Vereinigten Staaten; knapp dahinter folgt Russland; China hat 3475 Mülleinheiten produziert – der Großteil davon ist allein in 2007 entstanden, als Peking Anti-Satellitenwaffen testete.

    Eine Besserung ist in Sicht, vielmehr kommt es noch dicker: Geht es so weiter wie jetzt, kann es zum Kessler-Syndrom kommen. Dann wird der Erdorbit wegen der Schrottfülle nicht mehr nutzbar sein – und jeder Flug in den Weltraum höchst gefährlich. Und wenn sich die Zahl des Weltraumschrotts weiterhin alle zehn Jahre verdoppelt, fällt er in 20 bis 25 Jahren stückweise vom Himmel.

    Die EU hat zwar das Projekt fliegender Schrottmagneten ausgearbeitet, um dem ganzen Müll im All beizukommen. Und der russische Staatskonzern schlägt die Gründung einer internationalen Agentur vor, um die Schrottstücke aufzuspüren. Aber mal ordentlich da oben aufräumen – das nimmt bislang niemand so wirklich in die Hand.

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    Tags:
    Satelliten, Müll, ESA, Weltraum, USA, Russland, China