02:48 20 Oktober 2020
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    Die Umweltschutzbehörde der Vereinigten Staaten (United States Environmental Protection Agency, EPA) hat erlaubt, Bakterien in 20 US-Bundesstaten sowie in der Hauptstadt des Landes zu verwenden, damit eine bestimmte Kettenreaktion zur Dezimierung lebensgefährlicher Insekten gestartet werden kann, meldet das Wissenschaftsportal „Nature.com“.

    Dem biotechnologischen Start-up-Unternehmen MosquitoMate aus dem US-Bundesstaat Kentucky ist die Genehmigung erteilt worden, das Bakterium Wolbachia pipientis in die Umwelt freizusetzen. Dieses soll zur Vernichtung der asiatischen Tigermücken verwendet werden. Das ist eine ursprünglich in den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen beheimatete Stechmückenart, die laut Wissenschaftlern Überträger von solchen für Menschen tödlich gefährlichen Viren wie dem Dengue-, dem Zika- und dem Chikungunya-Virus ist.

    MosquitoMate wird demnach die Stechmücken in seinem Labor infizieren und männliche Exemplare von weiblichen trennen. Danach werden nur männliche Insekten freigelassen, weil sie kein menschliches Blut saugen und deswegen keine Menschen stechen. Die Männchen werden während der Paarung die Weibchen in der Natur infizieren. Wegen der übertragenen Bakterien werden die befruchteten Eier nicht ausschlüpfen können.

    Nach dem Plan der Behörden werden infizierte Stechmücken auf solche Weise eine Kettenreaktion auslösen, dank der eine gefährliche Moskito-Population in den USA zumindest stark reduziert werden könne.

    „Das ist kein chemischer Weg, Stechmücken zu bekämpfen, deswegen sieht diese Idee sehr verlockend aus“, so David O’Brochta, Entomologe an der Universität von Maryland (US-Bundesstaat Maryland).

    Den Angaben von Wissenschaftlern nach werden durch die Maßnahmen keine Tierarten beeinträchtigt. Laut Medien haben aber viele Amerikaner Angst vor den möglichen unvorhergesehenen Folgen dieser Einmischung in das Ökosystem des Kontinents.

    Ähnliche Experimente werden auch in Brasilien durchgeführt, auch als Antwort der Behörden auf die Zika-Virus-Epidemie von 2015. Eine Stechmückenart war dort genetisch verändert worden.

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    Tags:
    Biotechnologie, Bakterien, Brasilien, Maryland, USA