03:15 14 Dezember 2017
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    Kann Sauberkeit töten? Forscher beweisen Lebensgefährlichkeit von Seife

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    Wissenschaftler des russischen Instituts für theoretische und experimentelle Biophysik haben bewiesen, dass der antibiotische Stoff Triclosan, der unter anderem in einigen Seifenmarken verwendet wird, in den Zellen von Säugetieren ein Programm zur Selbstzerstörung auslöst.

    Die Studie soll im Februar 2018 im Fachmagazin „Biochimica et Biophysica Acta (BBA) — Biomembranes“ veröffentlicht werden. Laut den Forschern stört Triclosan die normale Arbeit von Mitochondrien (ein Zellorganell) und löst ein Massensterben der Leberzellen aus.

    Experimente mit Ratten zeigten, dass das Antibiotikum Löcher in der inneren Membran der Mitochondrien verursacht, weswegen die Organellen um das Doppelte größer werden. Im Ergebnis dringen Signalmoleküle in die Mitochondrien und lösen die Apoptose, einen programmierten Zelltod, aus. Die Schlussfolgerungen der Experimente treffen auch auf Menschen zu.

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    Triclosan wurde Mitte der 1960er Jahre entdeckt und gegen bakterielle sowie Pilzinfektionen eingesetzt. Derzeit haben die EU und die USA die Verwendung von Triclosan in Handseifen verboten. Trotzdem ist es bisher Bestandteil von Desinfektionsmitteln, die in Arztpraxen und Krankenhäusern eingesetzt werden. In mehreren Ländern ist der Stoff für Handseifen zwar nicht verboten, wird aber immer seltener verwendet.

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    Tags:
    Seife, Gesundheit, Russland
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