11:59 13 Dezember 2017
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    EU-Experte: offen für Kooperation mit Forschern aus Russland

    © Foto: The National University of Science and Technology MISiS/Maria Brodskaya
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    Das größte EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizont 2020“ hat Pläne für die Zusammenarbeit mit Russland für die Jahre 2018, 2019 und 2020 im Format des gleichnamigen Seminars angekündigt, das auf der Plattform der Nationalen Technologischen MISiS-Forschungsuniversität stattfand.

    Über die Struktur der Zusammenarbeit der russischen Wissenschaftsorganisationen im Rahmen des Programms „Horizont 2020“ sprach der Chef der Abteilung für Wissenschaft und Technologien der Vertretung der Europäischen Union in Russland, Richard Burger.

    Über die Mechanismen der Finanzierung der russischen Teilnahme an dem EU-Programm „Horizont 2020“, dem größten Rahmenprogramm in der EU-Geschichte, und über die wichtigsten Themen der Zusammenarbeit der Wissenschaftler aus dem europäischen Raum sprach der Chef der Abteilung für Wissenschaft und Technologien der Vertretung der Europäischen Union in Russland, Richard Burger.

    - Richard Burger, wie werden die russische Hochschulen und Wissenschaftszentren im Rahmen des größten EU-Programms finanziert werden? 

    – „Horizont 2020“ ist ein siebenjähriges Finanzierungsprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung und Förderung von Forschungsprojekten im Europäischen Forschungsraum. Ihre Finanzierung gewährleisten die europäischen Steuerzahler aus 28 Ländern. Aber es gibt Staaten, die keine finanziellen Beiträge leisten. Darunter sind Russland, die USA und China. In der Regel finanziert die europäische Kommission die europäischen Partner des Programms, und die Bildungsbehörden Ihres Landes – die russischen. Wir arbeiten mit dem Bildungsministerium der Russischen Föderation in diesen Fragen ergiebig zusammen. Dabei kann die Europäische Kommission in Ausnahmefällen auch die russischen Zentren finanzieren. Die Tür steht, wie gesagt, für die verschiedensten Initiativen offen. In der Regel geschieht das bei der unmittelbaren Unterstützung des Russischen Fonds für Grundlagenforschung oder der Russischen Akademie der Wissenschaften.    

    Einige der „großen“ Teilnehmer der Partnerschaft sind bereit, am Programm sogar ohne Finanzierung teilzunehmen. Einfach, weil sie es sich erlauben können. Gemeint wird die Notwendigkeit, immer an globalen Netzwerkprojekten teilzunehmen.

    Wenn wir als Beispiel ein Kleinunternehmen nehmen, so wird es ihm wohl schwerfallen, in einem zweijährigen Projekt ohne zusätzliche Finanzspritzen zu arbeiten. Aber für das Vereinigte Institut für Kernforschung in Dubna oder das Kurtschatow-Institut ist die Teilnahme an solchen Projekten ihr täglich Brot. Dafür können sie sich einige Tausend Euro aus eigener Tasche leisten.

    – Was sind die wichtigsten Wettbewerbe und Themen des Programms, die sich auf die Teilnahme der russischen Wissenschaftsgemeinschaften richten?

    – Zusammen mit dem Bildungsministerium Russlands kündigten wir einen Wettbewerb für Initiativen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zu den Themen Tuberkulose, HIV und Hepatitis C an. In absehbarer Zeit wird eine Reihe von Wettbewerben mit Teilnahme der russischen Forschungszentren zum Thema “Aeronautik und Flugtechnologien" organisiert.

    Wir erwarten auch die Teilnahme russischer Wissenschaftler seitens einer Reihe von russischen Forschungslaboren und Konstruktionsbüros, die an Entwicklungen zum Problem der Gewährleistung der Verkehrssicherheit arbeiten. Insbesondere in der Luft – in Zusammenhang mit der Notwendigkeit, die Vereisung von Flugzeugen zubekämpfen.

    Der dritte wichtige Themenblock ist unser Projekt „Kremlin Plus“, ein Wettbewerb, der im kommenden Jahr angekündigt wird. Seine Teilnehmer werden metaphorische Brücken zwischen den europäischen Wissenschaftsgemeinschaften und großen Forschungskomplexen konstruieren, die es bereits gibt oder die sich in Russland im Aufbau befinden.

    Es handelt sich um Teilchenbeschleuniger und Reaktoren, mit denen das Verhalten der Materie auf atomarer Ebene erforscht werden kann, sowie um Anlagen der „Megascience“-Klasse. Ich muss sagen, dass sich die "Nationale Technologische MISiS-Forschungsuniversität” aktiv bei diesen Themen einbringt. Das Institut ist der Kontaktpunkt für das Zusammenwirken der russischen Wissenschaftsorganisationen und des EU-Programms „Horizont 2020“.

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    Tags:
    MISIS, EU, Russland
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