15:22 12 Dezember 2017
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    Erkältung und Grippe (Symbolbild)

    Erkältung oder Grippe? Unerwartete Komplikationen und seltsame Arznei-Nebenwirkungen

    CC0 / Pixabay
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    Das Gesundheitsministerium Japans hat ein seltsames Verhalten von Patienten festgestellt, die Arzneimittel gegen Grippe genommen haben. Auf Pillen bei Erkältung oder Grippe zu verzichten, wäre aber auch fragwürdig. Sputnik hat fünf unerwartete Komplikationen aufgelistet, die diese Saisonkrankheiten hervorrufen können.

    Das japanische Gesundheitsministerium hat vor, in der nächsten Zeit alle Krankenhäuser und Kliniken des Landes über mögliche Nebenwirkungen einiger Grippemittel zu informieren, meldete die lokale Nachrichtenagentur Kyodo News. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente könnte ein Risiko bestehen.

    Zwar nichts Ungewöhnliches – Nebenwirkungen gibt es oft bei Arzneimitteln –, aber diese Folgen seien seltsam. Im Jahr 2016 wurden 54 Vorfälle festgestellt, bei denen man ein „seltsames Verhalten“ bei den Patienten beobachtete. Die an Grippe leidenden Menschen – insbesondere Kinder und Jugendliche – begannen nach der Einnahme von Grippemitteln herumzulaufen oder versuchten sogar aus dem Fenster zu springen.

    Laut der Behörde wurden diese Folgen nach der Einnahme von Medikamenten unter solchen Markennamen wie „Oseltamivir“ (auch als „Tamiflu“ bekannt), „Laninamivir“ und „Relenza“ (auch als „Zanamivir“ bekannt) beobachtet, so die Agentur.

    In diesem Zusammenhang empfehle das Gesundheitsministerium, bei der Einnahme dieser Arzneimittel darauf zu achten, dass alle Fenster und Türen in dem Raum, wo sich der Kranke befinde, geschlossen seien. Falls er in einem privaten Haus wohne, sollte er unbedingt im Erdgeschoss untergebracht werden.

    Ohne Medikamente geht es aber auch nicht. Über die wohl schlimmsten Folgekrankheiten von Erkältung oder Grippe, wie Lungen-, Nieren- oder Herzentzündung, mögen alle Bescheid wissen. Manchmal werden aber bei Patienten Krankheiten diagnostiziert, die auf den ersten Blick mit Grippe oder Erkältung nichts zu tun haben. Diese werden laut Experten aber doch durch eine unterbehandelte Erkältung oder den Missbrauch von Grippe- oder Erkältungsmitteln verursacht.

    „Du hörst mich nicht. Egal wie leise oder laut ich spreche“

    Eines Tages merken Sie, dass Sie schlechter hören. Ihre Ohren taten Ihnen nicht weh, Sie hatten keine Otitis, waren aber erkältet und nahmen viele Antibiotika ein. Eine Überdosis von Tetrazyklinen könnte laut Ärzten zur Hörminderung führen.

    „Du hörst mich nicht. Egal wie leise oder laut ich spreche“
    „Du hörst mich nicht. Egal wie leise oder laut ich spreche“

    „Schrei! Auch wenn es weh tut“

    Laut Immunologen sind Virusinfektionen an Entzündungen des peripheren Nervensystems (PNS) schuld. PNS umfasst den Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks gelegen ist. Daraus ergibt sich eine allgemeine Schwäche, obwohl die Erkältung vorbei zu sein scheint. Sie können auch Apathie oder Reizbarkeit empfinden, einen schlechten Schlaf haben, grundlose Angstzustände oder sogar Panikattacken.

    „Schrei! Auch wenn es weh tut“
    „Schrei! Auch wenn es weh tut“

    „Schone nicht meine Nerven“

    Eine der unangenehmen Folgen einer Erkältung ist Ärzten zufolge eine Nervenentzündung (Neuritis). Besonders schmerzhaft sei das im Gesicht, sodass die Betroffenen sogar über Jahre unter starken Schmerzen leiden können. Typisch für eine Neuritis ist ein spontaner, blitzartig einschießender Schmerz. Vornehmlich betreffen die Schmerzen das Kinn und die Wange, berichtet das Portal „Gesundpedia“.

    „Schone nicht meine Nerven“
    „Schone nicht meine Nerven“

    „Da ließ Rapunzel die Haare los…“

    Nach unterschiedlichen Angaben fallen dem Menschen pro Tag durchschnittlich bis zu 200 Kopfhaare aus. Diese wachsen nach. Wenn nach einer Erkältung bei Ihnen aber ein über die Norm gesteigerter Haarausfall festgestellt wurde und die Haare nicht mehr stark und glänzend wie zuvor sind, mag Ihr Körper im Kampf gegen die Infektion jede Menge an Vitaminen und Mineralien verloren haben.

    „Da ließ Rapunzel die Haare los…“
    „Da ließ Rapunzel die Haare los…“

    Kampf gegen Krampf

    Wenn Sie bemerken, dass Ihre Beine oder Hände nach einer Erkältung öfters einschlafen als sonst, kann das an Eisenmangel liegen. Laut Ärzten konsumiert der Körper während des Kampfes gegen die Krankheit viel Eisen. Darüber hinaus werden zusammen mit den Medikamenten auch solche Mikroelemente wie Kalium und Magnesium aus unserem Organismus ausgewaschen, was zu Krämpfen führen kann.

    Kampf gegen Krampf
    Kampf gegen Krampf

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    Tags:
    Ärzte, Medikamente, Nebenwirkung, Grippe, Erkältung, Gesundheit, Japan
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