16:02 11 Dezember 2017
SNA Radio
    Strahlenwarnzeichen (Symbolbild)

    Erhöhte Strahlung über Europa: Russland bildet unabhängige Kommission

    © Sputnik/ Jewgeni jepantschinzew
    Wissen
    Zum Kurzlink
    61015

    Atomwissenschaftler wollen eine unabhängige Kommission bilden, um die Quelle in Europa festgestellten radioaktiven Substanz Ruthenium-106 zu bestimmen, teilte die russische Atomenergiebehörde Rosatom am Freitag auf ihrer Webseite mit.

    Das Institut für Probleme der sicheren Entwicklung der Atomenergetik der Russischen Akademie der Wissenschaften erklärte sich bereit, die Bildung der Kommission zu koordinieren. Rosatom hat seinerseits die nötige Mitwirkung zugesagt und will die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren.

    Mehr zum Thema: Russischer Wetterdienst erklärt „extrem hohe Radioaktivität“ für „ungefährlich“

    Anfang Oktober hatte das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) von ungefährlich geringen Mengen von Ruthenium-106 in Deutschland, aber auch in Italien und Österreich berichtet. BfS-Fachleute vermuteten, dass die Quelle im südlichen Ural liegen könnte. Belege für ihre These legten sie jedoch nicht vor. Rosatom wies die Mutmaßung als falsch zurück. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit des russischen Gebietes Tscheljabinsk hatte mitgeteilt, dass in der Region selbst kein Austritt von Radioaktivität gemessen worden sei. Im Gebiet Tscheljabinsk befindet sich die Atomanlage Majak, in der spaltbares Material industriemäßig hergestellt wird.

    Ruthenium-106 wird hauptsächlich als Strahlenquelle in der Krebstherapie genutzt, seltener auch in Isotopengeneratoren zur Energieversorgung von Satelliten.

    Zum Thema:

    Radioaktivität nur in EU-Nähe: Rosatom dementiert Ruthenium-Austritt
    Radioaktivität über Deutschland: Schuld sind verstrahlte Eber – oder Russland
    Radioaktivität in Deutschland: Russische Behörden bestreiten Ruthenium-Leck
    „Sperrzone lässt dich nicht los“: Warum Stalker nach Tschernobyl fahren - FOTOs
    Tags:
    Radioaktivität, Strahlung, Rosatom, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren