11:47 31 Oktober 2020
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    Das erste Isolationsexperiment des Raumfahrtprojektes SIRIUS, das die Bedingungen eines Fluges zum „Mond“ simulierte, ist in Moskau zum Abschluss gekommen. Das Institut für medizinisch-biologische Problembehandlung (IMBP) der Russischen Akademie der Wissenschaften veröffentlichte in Sozialnetzwerken Tagebücher der Teilnehmer.

    „Alles ist hier fast wie bei einem richtigen Weltraumflug: Essen aus Tuben, Erfrischungstücher statt Dusche, Austausch mit dem Steuerungszentrum mit kurzen Video- und Textnachrichten. Und das Wichtigste – ein erlebnisreiches Programm von wissenschaftlichen und technischen Experimenten“, schrieb ein Teilnehmer am ersten Tag des „Fluges“.

    Die Mannschaft bestand aus drei Frauen und drei Männern – darunter ein Deutscher – und hatte während des „Fluges“ viel zu tun. Sie mussten beispielweise eine Kopplung und Entkopplung imitieren, mit Geräten arbeiten, die Mondoberfläche beobachten. 38 Stunden lang durften die Teilnehmer nicht schlafen und mussten Handlungen unternehmen, die viel Aufmerksamkeit erforderten, um die Reaktionsfähigkeit unter dem Schlafentzug zu testen.

    „Das größte Vergnügen war der Apfelgeruch aus dem Vorratsraum. Jedes Mal, wenn du die Falltür aufmachst, möchtest du dort länger bleiben. Kosmonauten sagen übrigens, dass die Erde nach Äpfeln riecht“, stand weiter in den Tagebüchern.

    Nach sieben Tagen „erreichte“ das Schiff den Mond und machte sich auf den „Rückflug“. Die Leiter des Experiments versteckten im Voraus Karnevalsschmuck, den die Teilnehmer finden mussten, um die Hälfte des „Fluges“ zu feiern.

    Als am zehnten Tag die Verbindung mit der Erde wieder hergestellt wurde, erschraken einige Besatzungsmitglieder, die sich bereits an die Isolation gewöhnt hatten.  

    Das IMBP und die US-Weltraumbehörde Nasa hatten das Isolationsexperiment am 7. November begonnen. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie sich die Beziehungen zwischen Männern und Frauen sowie Vertretern verschiedener Nationalitäten in einer isolierten Kapsel und bei fehlendem Kontakt zum Flugkommando auf der Erde entwickeln werden. Auch wurde ihre Bewegungsaktivität gesondert gemessen.

    Die endgültigen Ergebnisse sollen erst in sechs Monaten veröffentlicht werden.

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    Tags:
    Experiment, Weltraum, Moskau, Russland