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    Entstehung des Universums: Brasilianischer Physiker bietet Urknalltheorie die Stirn

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    Wie ist das Universum entstanden? Der brasilianische Physiker Juliano Neves von der Universität UniCamp hat gegenüber Sputnik seine Theorie vorgestellt, die der allgemein gültigen Urknalltheorie widerspricht.

    Dem Forscher gehe es vor allem um eine „zyklische“ Vision des Universums. Neves betonte, dass sein kosmologisches Modell natürlich die Ausdehnung des Weltalls sowie andere bekannte Angaben wie die Hintergrundstrahlung anerkenne und einbeziehe.

    „Als prinzipiell gilt für mich die Frage des Urknalls in Form einer sogenannten ursprünglichen Singularität“, sagte er weiter.

    Planet Ross 128 b
    © AP Photo / (M. Kornmesser/ESO
    Das sei in der allgemein gültigen Konzeption die ursprüngliche Phase der Existenz des Universums, in der allgemeingültige Werte, die in der allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein figurieren, nicht definiert seien. Neves führt aus, dass diese Werte laut Mathematikern dort zur Unendlichkeit streben. Dies könne als Problem der Relativitätstheorie wahrgenommen werden. Viele Gelehrte seien der Meinung, dass dieses Rätsel in Zukunft mittels der Theorie der Quantengravitation gelöst werden könne, die es bisher nicht gebe.

    „Das Problem der ursprünglichen Singularität kann gelöst werden, ohne Quantentheorien einzusetzen, wie ich in meiner Arbeit gezeigt habe“, versicherte der brasilianische Physiker. „In diesem Modell gibt es in der Anfangsphase (der Existenz des Universums – Anm. d. Red.) keinen Moment, wo die Werte unendliche Geltung hätten. Und selbst diese Etappe gilt bereits nicht obligatorisch als Anfangsetappe“, erläuterte er.

    „Ich lehne die Idee einer Explosion ab. Stattdessen biete ich einen ,Abprallschussʻ an,  und falls er wirklich existiert, bedeutet es, dass vor der aktuellen Ausdehnung des Universums eine ihr vorangegangene Phase existiert hat. Falls sich derzeit das Universum ausdehnt, bedeutet es, dass es zuvor geschrumpft ist.“

    Somit könne ein zyklisches Modell angenommen werden, nach dem das Universum „einander abwechselnde Phasen der Ausdehnung und der Schrumpfung“ erlebe.

    Wenn man das Problem aus der Sicht eines „Abprallschusses“ behandele, wonach sich Schrumpfung und Ausdehnung ohne Singularität abwechseln, wird ihm zufolge die Physik nach diesem ganzen Modell „arbeiten“, auch zu jenem Moment, in dem sich das Universum von einer Phase auf eine andere umstellt. Die Annahme einer Singularität sei vor allem ein Ignorieren der Physik in ihrer modernen Form; in der Singularität funktionierten weder Gesetze der Physik noch die Relativitätstheorie von Einstein.

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    Tags:
    Physik, Universum, Brasilien