19:39 19 November 2019
SNA Radio
    Sonnensystem (Symbolbild)

    Forscher modellieren Entstehungsprozess von Planeten um Sterne

    CC BY-SA 2.0 / Andrew Caw / Solar System (artist's impression)
    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 92
    Abonnieren

    Ein internationales Team aus Astrophysikern unter Teilnahme von Mitarbeitern der Nationalen Universität für Nuklearforschung MEPhi hat im Labor die Massenzunahme eines Himmelskörpers durch die Gravitationsanziehung der Materie aus dem umgebenden Weltraum (Akkretion) modelliert.

    Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts wurden in der Zeitschrift “Science Advances” veröffentlicht.

    Die Erforschung der Akkretion liefert Informationen über den Austausch von Masse, Energie und der Zuordnung zwischen dem "aufsammelnden" Objekt und seiner Umgebung. Dank diesem Prozess bilden sich die Planetensysteme um Sterne. Oft geschieht dies bei der Entstehung von jungen Sternen und in Doppelsternsystemen, wo beispielsweise das schwarze Loch die Rolle des Empfängers der Materie spielt und ein Neutronenstern als "Spender" auftritt.

    Das umgebende Material (das elektronische Plasma, „Gas“ aus den einzelnen Ionen und Elektronen) und ein junger Stern sind mit Linien des Magnetfeldes verbunden, das die Teilchen im Bestand vom Plasma beeinflusst, indem es seine Bahn ändert und mit Überschallgeschwindigkeit gen Stern steuert. Der Zusammenstoß wärmt den Stoff bis zu einigen Millionen Grad auf, es entsteht eine überschüssige Ultraviolett- und Röntgenstrahlung in der sogenannten Akkretionskolonne. Dadurch können sich die physischen und chemischen Strukturen um den jungen Stern ändern.

    Es gibt viele Beschränkungen, die mit den Beobachtungen und Modellierungen der Prozesse in der Astrophysik verbunden sind. Zum Beispiel können bei der Beobachtung der Sterne und der Messung verschiedener Parameter Divergenzen in Bezug auf eine und dieselbe Eigenschaft entstehen. Deshalb helfen die umfassenden Laborexperimente, die Akkretionsprozesse von einer neuen Seite zu erforschen.

    In der unter Teilnahme von den „MEPhi“-Mitarbeitern durchgeführten Forschung wurde eine neue experimentelle Plattform geschaffen, die die Gleichartigkeit des äußeren Magnetfeldes gewährleistet, um möglichst annähernd astrophysische Ereignisse darzustellen. Die Ergebnisse, die mit Hilfe der labormäßigen Herangehensweise und dem Einsatz der neuen Plattform erhalten wurden, geben die ersten direkten Zeugnisse für die Entstehung einer dichten ionisierten Plasmahülle, die das Zentralgebiet des Stoffzuflusses umfasst.

    Die Forscher zeigten, dass der Stoff nach dem Zusammenstoß der Objekte hinausgeworfen und wieder vom magnetischen Feld in Richtung des angeflogenen Stroms fokussiert werden kann. Dabei kann die Entstehung der Plasmahülle, die den gestörten Kern umgibt, zur Verringerung der Röntgenstrahlungsausbeute führen. Diese Entdeckung erklärt den eventuellen Grund für die Nichtübereinstimmung der Messungen bei der Stoff-Akkretion laut den optischen und Röntgenbeobachtungen.

    "Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit der richtigen Berücksichtigung der Strahlungsabsorption im Plasma für eine richtige Modellierung von Akkretionsprozessen in jungen Sternen. Die von uns entwickelte Laborplattform öffnet zudem die Erforschung einer Reihe anderer Fragen. Zum Beispiel können bei der Änderung der Richtung des Stroms in Bezug auf das Magnetfeld alternative Akkretionskanäle untersucht werden“, sagt der Mitverfasser des Artikels, „MEPhi“-Mitarbeiter des Instituts für Laser- und Plasmatechnologien, Ewgeni Filippow.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Der Stern speit: Riesige Feuerzunge bricht aus der Sonne aus
    Erster interstellarer Besucher taucht im Sonnensystem auf - VIDEO
    Erdähnlicher Planet nahe Sonnensystem entdeckt
    Blaue Sonne vernebelt das Gehirn
    Tags:
    Weltall, Forscher, Model, Sonnensystem, Russland