11:42 18 November 2019
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    Hauptfaktor für Langlebigkeit genannt

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    Die Lebenserwartung eines Menschen hängt viel mehr vom Einfluss der Umwelt als von seinem Genom ab. Zu diesem Schluss ist ein internationales Forscherteam gelangt, das geklärt hat, wie sich die epigenetische Regulation des Genoms von Zwillingen mit dem Alter verändert.

    Laut dem im Repositorium „bioRxiv“ veröffentlichten Vorabdruck der diesbezüglichen Studie ist die DNA-Methylierung – die chemische Kopplung von Methylgruppen (Molekülteilen) an bestimmte Nukleotide der DNA – einer der Alterungsfaktoren des Menschen. Den Zytosinen – den Grundbausteinen der Nukleinsäuren – schließen sich dabei Methylgruppen an, wodurch die Funktionen bestimmter Gene unterdrückt werden.

    Die Studie belegt, dass sich das Bild der Genom-Methylierung mit dem Alter verändert. Es werden beispielsweise Gene aktiv, die die Neurodegeneration fördern, und die DNA, welche die Entwicklung von Arteriosklerose hemmt, wird unterdrückt.

    Laut vorherrschender Meinung ist das Bild der Methylierung von Erbfaktoren geprägt. Anhand der Langzeitforschung wurde jedoch bewiesen, dass die DNA-Methylierung, das heißt die Veränderung der DNA-Struktur, bei Zwillingen nicht durch Erbfaktoren bestimmt wird und mit der Zeit einen zunehmend unterschiedlichen Charakter annimmt.

    Mikroskop
    © Flickr / Vall d'Hebron Institut de Recerca VHIR

    An der Forschung waren insgesamt 385 Personen aus Schweden beteiligt, bei denen im Laufe von 20 Jahren Blutproben entnommen wurden.

    Die Alterung des Menschen hängt somit von Zufalleffekten und Umweltfaktoren und nicht von Genen ab. Demnach kann die Lebensdauer eines Menschen durch eine gesunde Ernährung und physische Übungen wesentlich verlängert werden.

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