10:37 18 Juli 2018
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    Bahnbrechend: Forscher nennen Hauptursache für Demenz

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    Die Ansammlung von Harnstoff im Gehirn kann ihm einen irreparablen Schaden zufügen, wie eine internationale Forschergruppe mit Professor Garth Cooper von der britischen University of Manchester an der Spitze festgestellt hat. Ihre Forschungsergebnisse sind kürzlich im Magazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ erschienen.

    Die Forscher haben festgestellt, dass die Anhäufung von Harnstoff im Gehirn direkt mit dem Chorea-Huntington-Syndrom – einem der sieben Typen der Alters-Demenz – verbunden ist. Cooper zufolge bezieht sich die Entdeckung der Wissenschaftler im Ganzen aber auf alle Demenz-Arten.

    Zur Analyse der Harnstoffkonzentrierung im Gehirn haben die Forscher führende Technologien der Gaschromatographie und Massenspektrometrie angewandt. Als toxisch bezeichnen die Fachleute eine vierfache Übersteigung der normativen Werte, unterstrich der Forschungsleiter.

    „Ärzte setzen bereits Medikamente mit Laktulose zur Senkung der Ammoniak-Werte in anderen Körperteilen ein. Es ist vorstellbar, dass eines Tages ein gewöhnliches Arzneimittel die Fortschreitung von Demenz stoppen könnte“, schloss Cooper.

    Demenz ist ein psychiatrisches Syndrom, das durch das Absterben von Nervenzellen ausgelöst wird. Es führt zur einem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und Verhaltensstörungen.

    Harnstoff ist eine organische Verbindung, die im menschlichen Organismus infolge der Umwandlung von Eiweiß in Aminosäuren entsteht. Dieser Prozess führt zur Bildung von toxischem Ammoniak, das für das Gehirn besonders gefährlich ist. In der Leber verbindet sich das Ammoniak mit Kohlendioxid zu Harnstoff, der wiederum von dort direkt ins Blut gelangt, im Organismus zirkuliert, danach von den Nieren aus dem Blut gefiltert und schließlich über den Urin ausgeschieden wird.

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    Tags:
    Ammoniak, Arzneimittel, Huntington-Syndrom, Gehirn, Harnstoff, Demenz, University of Manchester, Magazin "Proceedings of the National Academy of Sciences", Garth Cooper, Manchester, Großbritannien
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