07:21 16 Oktober 2018
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    Männergrippe gar kein Mythos? Warum Männer mehr unter Schnupfen leiden

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    Was ist dran an der sprichwörtlichen „Männergrippe“, die von vielen Frauen belächelt wird? Leiden Männer tatsächlich mehr unter Schupfen, oder übertreiben sie tatsächlich? Ein kanadischer Forscher will nun bewiesen haben, dass Krankheitssymptome bei Männern tatsächlich ausgeprägter sind.

    Der kanadische Forscher Dr. Kyle Sue von der Memorial University in Neufundland hat verschiedene Studien ausgewertet. Er kam anschließend zu dem Schluss, dass das Immunsystem bei Männern auf grippale Infekte und Grippeerkrankungen schwächer reagiert. Die Ergebnisse seiner Arbeit wurden im Fachmagazin „The BMJ“ veröffentlicht.

    Den Begriff „Männergrippe“ hält er daher für unfair. „Männer übertreiben vielleicht die Symptome gar nicht, sondern haben eine schwächere Immunreaktion auf respiratorische Viren, was zu höheren Erkrankungs- und Sterberaten führt als bei Frauen“, heißt es in dem Artikel. Männer bräuchten zudem zweimal so lange, um sich von Atemwegserkrankungen zu erholen.

    Solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern führt der Forscher auf Hormone zurück: Das „Frauenhormon“ Östrogen hilft ihm zufolge dabei, die Zahl der Viruszellen im Körper zu verringen, während das „männliche“ Testosteron die Immunabwehr unterdrücke.  

    Das schwächere Immunsystem bei Männern könnte aber laut dem Forscher einen evolutionären Vorteil haben: Es fördere das Sparen von Energie und verringere auch das Risiko, einem Raubtier zu begegnen. „Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, männerfreundliche Räume zu schaffen, ausgestattet mit riesigen Fernsehern und Kippstühlen, wo sich Männer von den Folgen einer Grippe in Sicherheit und im Komfort erholen können“, schlussfolgert der Professor.

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    Tags:
    Grippe, Männer, Kanada