01:05 25 April 2018
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    Bau des Kernreaktors (Archiv)

    Russland testet neue Methode zur Kontrolle der Betriebssicherheit von Kernreaktoren

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    Die an der Nationalen Universität für Nuklearforschung MEPhI (Moskau) entwickelte neue Methode zur nicht-zerstörenden Kontrolle des Zustandes von Kernreaktoren ermöglicht es, Entwicklungsprozesse von Defekten in den Konstruktionsmaterialien dieser Anlagen im Voraus „zu erkennen“.

    Die neue Methode wurde im Impulsreaktor „IBR-2“ im Vereinigten Institut für Kernforschung in der Stadt Dubna bei Moskau erfolgreich getestet.

    Es handelt sich um die im Labor ElphysLAB der MEPhI-Universität entwickelte elektrophysische Methode zur nicht-zerstörenden Kontrolle – die sogenannte Scan-Kontakt-Potentiometrie. Diese Methode gewährleistet eine effektive Diagnostik für die Reaktor-Vorrichtung, indem die Zuverlässigkeit der Ergebnisse von Messungen in den Bedingungen, die den Betriebsbedingungen der nuklearen Materialien ähnlich sind, garantiert wird.

    Wie die MEPhI-Forscher hervorheben, besteht einer der wichtigsten Vorteile der Methode für Kontakt-Potentiometrie darin, dass die Sensoren des Messsystems sehr kleine lineare Größen (etwa 1 bis 2 Millimeter) haben, deshalb können sie tatsächlich an einer beliebigen schwer zugänglichen Stelle, darunter an den Schweißnähten der Fügeverbindungen untergebracht werden.

    Außerdem lassen sich durch die Anwendung der neuen Technologie Informationen über die Primärphasen der Entstehung und Ausbreitung von Rissen sowie über andere Defekte in den Konstruktionsmaterialien, aus denen der Reaktor hergestellt wurde, gewinnen.

    „Mit Hilfe der Methode der Scan-Kontakt-Potentiometrie können wir nicht nur embryonische Ermüdungsrisse im Reaktorstahl finden, sondern auch voraussagen, wo und wann sie entstehen können. So haben wir bei den Tests einen embryonischen Ermüdungsriss im Reaktorstahl mit einer Größe von bis zu 100 Mikrometern auf einer Tiefe von zwei Millimetern und drei Stunden vor der Zerstörung des Modells entdeckt“, hob der MEPhI-Promovierende am Lehrstuhl für Geräte- und Anlagenentwicklung, Abu Gasal Aiman Akhed, hervor, der in Dubna die Tests durchführte.

    Dem Leiter des Labors ElphysLAB der MEPhI-Universität, Witali Surin, zufolge zeigen Unternehmen aus der Atombranche bereits Interesse an der Methode der Scan-Kontakt-Potentiometrie. Die Methode wurde im Atomkraftwerk Rostow erfolgreich getestet. Zur Zeit laufe die Vorbereitung auf den Erwerb eines internationalen Patents.

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    Tags:
    Reaktor, Forschung, Sicherheit, Russland