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    Der Clown Pennywise, Antogonist aus der Verfilmung des Romans „Es“ von Stephen KingAngst (Symbolbild)Im Griff unkontrollierter Angst - Die Ängste der Welt

    Im Griff unkontrollierter Angst: Die fünf furchteinflößendsten Phobien der Welt

    © AP Photo / Warner Bros. Entertainment Inc./ Brooke Palmer © Flickr/ Dennis SkleyCC0
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    Jeder Mensch hat gewisse Ängste. Manche sind recht abstrakter Natur, wie etwa Höhenangst, andere viel alltäglicher, wie die vor Spinnen. Doch es gibt auch Phobien, die so furchteinflößend wie ungewohnt sind, dass Betroffene an den Rand ihrer Existenz kommen können. Sputnik präsentiert Ihnen eine Auswahl der wohl haarsträubendsten Phobien der Welt.

    1. Spektrophobie – die Angst vor Spiegeln

    Spektrophobie – die Angst vor Spiegeln
    Spektrophobie – die Angst vor Spiegeln

    Eine der ungewohntesten wie auch furchteinflößendsten krankhaften Angststörungen, die auch massive Auswirkungen auf das Privatleben der Betroffenen haben, ist die Spektrophobie. Das bezeichnet insbesondere die Angst vor Spiegeln bzw. Spiegelflächen, aber auch vor dem Anblick des eigenen Gesichts.

    Oft ist diese Angst verbunden mit einer krankhaft übersteigerten abergläubischen Angst vor Spiegelportalen oder Spiegelgeistern. Die betroffenen Menschen haben die unkontrollierte Befürchtung, dass etwas aus dem Spiegel herausspringen oder sie selbst in einen Spiegel reinziehen könnte.

    Nicht selten glauben sie, ein anderes Wesen in ihrem eigenen Abbild zu sehen zu bekommen – etwa dass an Stelle ihres eigenen Gesichts das Gesicht eines Spiegelgeistes zu sehen sein wird.

    Eine andere Form der Spektrophobie ist die Furcht, jemand könnte im Spiegel plötzlich neben oder hinter ihnen stehen.

    In der Extremausprägung wird das Privatleben der Personen massiv behindert, da sie nicht nur den Anblick von Spiegeln, sondern auch von spiegelnden Flächen nicht ertragen können. Einfache Schaufenster, Bildschirme (Laptop, PC, Flatscreen-TV) oder gar Sonnenbrillen ihres Gegenübers können massive Panikattacken auslösen.

    Die Verarbeitung dieser Phobie im Film und Kunst ist spätestens im Jahr 2008 eingetreten, als der US-amerikanische Horrorfilm „Mirrors“ (englisch für „Spiegel“) in die Kinos kam. Hauptcharakter im Film ist ein suspendierter Polizist, der in den Spiegelfassaden eines Kaufhauses die Spiegelbilder von Opfern eines schweren Brandes sieht…

    2. Coulrophobie – Angst vor Clowns

    Der Clown Pennywise, Antogonist aus der Verfilmung des Romans „Es“ von Stephen King
    © AP Photo / Warner Bros. Entertainment Inc./ Brooke Palmer
    Der Clown Pennywise, Antogonist aus der Verfilmung des Romans „Es“ von Stephen King

    Manche Kinder haben Angst vor Clowns, weil diese sich anders als gewohnt verhalten und auch anders aussehen – so viel ist bekannt. Doch vereinzelt kann diese Angst die Form einer krankhaften Störung annehmen und auch bei Erwachsenen auftreten. Die krankhafte Angst vor Clowns wird als Coulrophobie bezeichnet.

    Die Gründe dafür sind umstritten. Es könnte ein evolutionärer Instinkt sein, sich von diesen „Kreaturen“ fernhalten zu wollen, schließlich kann man wegen der Gesichtsschminke ihre wahren Gesichtszüge und Motive nicht erkennen.

    Die Angst vor Clowns ist ein verbreiteter Grund zum Witzeln, aber auch ernstere Werke behandeln diese Phobie.

    Nicht umsonst nimmt die mordende Kreatur in einem der bekanntesten Werke des Horror-Meisters Stephen King, „Es“, ausgerechnet die Gestalt eines Clowns an, der Kinder in sein Versteck lockt. Der US-Autor wusste die tiefsitzenden Ängste der Menschen vor Horrorclowns in seinem Werk auf das Äußerste zu treiben.

    Einige der teils nicht mehr witzigen Horrorclown Pranks im Video:

    In den USA sorgte zudem eine Sichtungswelle von Horrorclowns im gesamten Land für Entsetzen, als „Aktivisten“ sich furchteinflößende Clownkostüme anlegten, um Passanten Angst einzujagen.

    3. Automatonophobie – Angst vor Puppen

    Automatonophobie – Angst vor Puppen
    Automatonophobie – Angst vor Puppen

    Die Automatonophobie als eine krankhafte Angst vor Puppen (oder generell allem, was einem lebenden Individuum ähnlich sieht) ist nicht weit entfernt von der Angst vor Clowns. Wieder sorgt ein eigentlich zu Unterhaltungszwecken entstandenes Phänomen bei manchen Menschen für unkontrollierte Ängste.

    Betroffene verspüren eine unkontrollierbare Angst vor Puppen, Wachsstatuen, Statuen oder anderen Gegenständen, die ein lebendes Wesen mit Gefühlen oder Wahrnehmungen darstellen sollen. Besonders heftig können die Ausfälle sein, wenn die Erkrankten in Kontakt mit sprechenden Puppen kommen.

    Auch hier hat der Horror-Schriftsteller Stephen King ein weltverbreitetes Werk kreiert, das genau diese Angst bedient.

    Im Buch „Wahn“ wird einer Romanfigur, einem Dreijährigen, an einer Sprachstörung leidenden Mädchen, eine Puppe Namens Noveen geschenkt. Bald fängt Noveen jedoch an, zu sprechen und Anweisungen zu geben, welche Bilder die Hauptfigur malen soll…

    4. Chronomentrophobie – Angst vor Uhren

    Chronomentrophobie – Angst vor Uhren
    Chronomentrophobie – Angst vor Uhren

    Die Chronomentrophobie ist eine krankhaft übersteigerte Furcht vor Uhren. Der Betroffene versucht jegliche Uhren oder Zeitmesser sowie auch nur den bloßen Anblick oder Gedanken daran zu meiden.

    Woher diese ungewöhnliche Angststörung kommt, ist umstritten. Vermutet werden negative frühkindliche Erfahrungen, die im Gedächtnis mit schmerzhaften oder unangenehmen Emotionen verknüpft sind und sich aus dem Zusammenhang mit dem Zeigergeräusch oder mit den Zeigern herauskristallisiert haben.

    In extremer Ausprägung wird das Sozialleben der Betroffenen extrem eingeschränkt, da an den meisten öffentlichen Orten in der einen oder der anderen Weise Uhren vorhanden sind.

    Auch diese Angststörung wurde in der Film- und Buchbranche aufgearbeitet: Allerdings nicht in einem Horrorbuch oder Thriller, sondern in einem Kinderbuch – nämlich bei „Peter Pan“.

    Die negative Figur aus dem Werk, Käpt´n Hook, hat nämlich eine panische Angst vor Uhren. Ob der Autor dieser Kindergeschichte, James Matthew Barrie, selbst unter dieser Angst litt und daher auf die Idee kam, sie in einem seiner Bücher zu verarbeiten, ist allerdings unbekannt.

    5. Agoraphobie – Angst vor weiten Plätzen

    Agoraphobie – Angst vor weiten Plätzen
    Agoraphobie – Angst vor weiten Plätzen

    In der Sputnik-Auswahl der Phobien zählt die sogenannte Agoraphobie vermutlich zu den noch „gewöhnlichsten“ krankhaft ausgeprägten Ängsten. Im Volksmund Platzangst genannt, bezeichnet sie teils heftige Panikattacken bei Betroffenen, die durch weite Plätze, große Menschenansammlungen oder auch Reisen ausgelöst werden.

    In der Extremausprägung werden die panischen Zustände so heftig, dass ein einfaches Verlassen der Wohnung unmöglich wird. Das soziale Leben der Betroffenen kommt damit zum Erliegen, sie ziehen sich komplett aus der Gesellschaft zurück.

    Die Angstattacken entziehen sich jeglicher willentlicher Kontrolle und lassen sich mit rationalen Argumenten nicht beseitigen – dies allerdings trifft wohl auf alle hier aufgelisteten Phobien zu.

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    Tags:
    Phobien, Clown, Ängste, "Es", Stephen King, USA