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    Warum haben Außerirdische uns noch nicht entdeckt? – Wissenschaftler antworten

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    Deutsche und britische Wissenschaftler haben neun Planeten ausgemacht, von wo aus uns theoretisch intelligente Spezies sehen könnten. Damit könnten sie eine Teilantwort auf die Frage geliefert haben, warum außerirdisches Leben zwar äußerst wahrscheinlich ist, aber wir (zumindest offiziell) noch keinen Kontakt zu Aliens hatten.

    Astronomen aus Deutschland und Großbritannien haben in einem Artikel im Wissenschaftsjournal MNRAS erklärt, welche Bedingungen darauf Einfluss nehmen, wie sichtbar die Erde oder andere Planeten des Sonnensystems für potentiell bewohnbare extrasolare Welten in unserer Galaxie sind.

    Sicherlich spielt laut dem Wissenschaftlerteam die Größe des Planeten eine Rolle, jedoch längst nicht die entscheidende.

    „Für die ‚Sichtbarkeit‘ der Planeten ist relevanter, wie nah sie sich an der Lichtquelle befinden. Auch wenn es paradox klingen mag: Die potentiellen Außerirdischen werden die Erde und ihre Nachbarn öfter sehen als die Riesenplaneten (Saturn und Jupiter — Anm.d.Red.)“, erklärt Robert Wells von der britischen Queen’s University Belfast.

    Der von den Astronomen vorgelegte Bericht ist eng mit dem sogenannten Fermi-Paradoxon verknüpft.

    Das Paradoxon basiert auf der Überlegung, dass auf Grund der immensen Anzahl an Sternensystemen und des hohen Alters der Milchstraße eine große Anzahl an intelligenten Zivilisationen im Sonnensystem existieren könnte. Dennoch hat die Menschheit bislang (zumindest offiziell) weder Raumschiffe anderer Spezies noch Spuren extraterrestrischer Technologien beobachten können.

    Die Frage ist: Wenn es viele bewohnbare Welten geben müsste, wieso sehen wir keine Spuren von ihren Bewohnern?

    Das Paradoxon stützt sich dabei auf die sogenannte Drake-Gleichung, die vom Wissenschaftler Frank Drake zur Schätzung der Anzahl intelligenter Zivilisationen in unserer Galaxie entwickelt wurde.

    Die Methode und die Ergebnisse der Gleichung, die im Laufe der Zeit verschiedene Erweiterungen bekommen hatte, sind durchaus umstritten. Dennoch liefern die meisten ihrer Modelle ein klares Ergebnis – es muss viele weitere intelligente Zivilisationen allein in unserer Galaxie geben.

    Schwarzes Loch (Symbolbild)
    © AFP 2019 / EUROPEAN SOUTHERN OBSERVATORY
    Das Team von Wells hat nun versucht, das Paradoxon auf seine Art zu erklären – nämlich mit der Sichtbarkeit unseres Planeten von verschiedenen Punkten der Milchstraße aus.

    Ihre Berechnungen haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, die Erde oder einen anderen Planeten des Sonnensystems von einem anderen Punkt unserer Galaxie zu sehen, bei 2,5 Prozent liegt.

    Die Chancen, beispielsweise drei Planeten des Sonnensystems gleichzeitig zu beobachten, liegen gar bei nur 0,027 Prozent.

    Ein schmaler Streifen der Sichtbarkeit - Nur von diesen Stellen der Galaxy sind wir für außerirdisches Leben potentiell sichtbar
    © Foto : 2MASS/A. Mellinger/R. Wells
    Ein schmaler Streifen der Sichtbarkeit - Nur von diesen Stellen der Galaxy sind wir für außerirdisches Leben potentiell sichtbar

    Im Prinzip bedeutet das, dass uns nur ein extrem schmaler Streifen der Milchstraße sehen könnte – und das auch nur mit Hilfe von hochentwickelten Technologien.

    Darauf aufbauend konnten die Forscher nur neun Exoplaneten auf diesem Streifen ausmachen, von wo die Erde zu erkennen wäre.

    Alle neun Planeten sind aber laut den Wissenschaftlern nicht bewohnbar.

    Dies könnte erklären, warum bislang keine eindeutigen Spuren von intelligentem Leben außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt werden konnten.

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    Exoplaneten, Astronomen, Außerirdisches Leben, Wissenschaftler, Universum, Milchstraße, Erde, Großbritannien, Deutschland