02:17 13 November 2018
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    Mit Zuckerersatz verhüten, sexyer mit Möhren, Kluge sterben aus: Schräge Studien 2017

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    Warum man in einen Pool nicht pinkeln darf, ob „Hobbits“ Menschen waren und warum orange Männer attraktiver wirken - Sputnik hat die seltsamsten wissenschaftlichen Entdeckungen des Jahres gesammelt.

    „Hobbits“ doch keine Menschen

    Nun gibt es Klarheit über den Fund der als „Hobbit“ bezeichneten Menschenart Homo floresiensis in Indonesien, die lange für Forscherstreit sorgte. Laut einer neuen Studie des Forscherteams um den Anthropologen Yousuke Kaifu vom Nationalmuseum der Naturwissenschaften in Tokio kann es sich beim „Hobbit“ nicht um einen Neuzeitmenschen mit einer Fehlbildung handeln. Vorfahren des Homo floresiensis lebten vermutlich schon vor 700.000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores. Damals gab es den Homo sapiens noch gar nicht.

    Mehr zum Thema: Forscher: Erde tritt in 35 jährige Kälte-Phase ein

    Zuckerersatz als Verhütungsmittel

    Der Zuckeraustauschstoff Erythrit erwies sich als Pflanzengift und als Verhütungsmittel – jedenfalls für Hausfliegen und andere Insekten, berichtete das Fachblatt „Journal of Applied Entomology“.

    Auf die Gesundheit von Menschen soll Erythrit bei mäßigem Konsum keinen oder nur geringen Einfluss haben. Einig sind sich die Ärzte da aber nicht.

    Alkohol reduziert Sprachbarriere

    Alkohol kann unsere Fremdsprach-Fähigkeiten tatsächlich verbessern, geht aus einer im „Journal of Psychopharmacology“ veröffentlichten Studie hervor. Die Forscher gehen davon aus, dass etwas Alkohol enthemmend wirkt – und so buchstäblich die Zunge lockert. Gleichzeitig warnen die Wissenschaftler davor, den Effekt zu überschätzen.

    Für die Recherche wurden 50 deutsche Muttersprachler, die an der Universität Maastricht studierten, auf Niederländisch interviewt. Alle hatten erst kurz zuvor noch Niederländisch gelernt. Die Hälfte der Probanden erhielt vor dem Interview ein alkoholischen Getränk, das etwa den Alkoholgehalt eines großen 0,5l-Bieres hatte. Die anderen erhielten ein alkoholfreies Getränk. Die Teilnehmer, die Alkohol im Getränk hatten, erreichten nach Einschätzung niederländischer Muttersprachler eine „bessere Aussprache“.

    Orange Männer sind attraktiver

    Die Ergebnisse einer in der Fachzeitschrift Behavioral Ecology veröffentlichten Studie zeigen, dass Männer vom kaukasischen Typ, deren Haut mehr gelbe und rote Farbpigmente enthielt, von Frauen als attraktiver wahrgenommen wurden.

    Dies geht aus Versuchen australischer Forschern hervor, bei denen männliche Studienteilnehmer über zwölf Wochen den Pflanzenfarbstoff Beta-Carotin eingenommen hatten. Die Vergleichsgruppe hatte dagegen nur Placebos erhalten. Danach wurden die Fotos weiblichen Studienteilnehmern gezeigt, die die Attraktivität der Männer auf den Vorher- und Nachher-Bildern beurteilen sollten.

    Mehr zum Thema: Enthüllt: Welche weibliche Körperform Männer am attraktivsten finden

    Das sind die schönsten Lippen

    Forscher der University of California wollten ermitteln, welche Lippenform dem Ideal entspricht, und befragten hierzu mehr als 400 Studienteilnehmer. Die Ergebnisse der Studie wurden im Magazin „JAMA Facial Plastic Surgery“ veröffentlicht.

    Die Teilnehmer der Recherche sollten die Bilder einer Frau bewerten, deren Ober- und Unterlippe digital bearbeitet wurden.

    Heraus kam, dass die Studienteilnehmer Lippen bevorzugen, die in etwa in einem Verhältnis von 1:2 von Ober- zu Unterlippe stehen und etwa 10 Prozent des unteren Drittels des Gesichts einnehmen. Als prominente Beispiele dienen Miranda Kerr und Alessandra Ambrosio.

    Kluge sterben aus

    Isländische Forscher untersuchten Ausbildungsleistungen und die DNA von mehr als hunderttausend Landsleuten. Der Studie zufolge brachten die Menschen, die mit den für einen hohen Intellekt verantwortlichen Genen ausgestattet waren, um sechs Prozent weniger Kinder zur Welt. Die Ergebnisse der Recherche wurden in dem Fachmagazin PNAS veröffentlicht.

    Pipi im Schwimmbecken gefährlich

    Forscher der University of Alberta entnahmen Wasserproben aus 31 Pools und Whirlpools und analysierten sie auf den Gehalt von Süßstoff Acesulfam-K, das in unserer Ernährung praktisch omnipräsent ist und ausschließlich über den Urin ausgeschieden wird.

    In jedem Schwimmbecken konnte das Forscherteam um Professorin Xing-Fang Li erhöhte Werte von Acesulfam-K nachweisen – und damit auch Urin. In einem Pool mit etwa 830.000 Litern berechneten sie den Uringehalt auf etwa 75 Liter — in einem halb so großen Becken auf etwa 30 Liter.

    Das Problem ist dabei nicht nur, dass das eklig ist, sondern dass Urin im Pool mit Chlor zu einem so genannten Desinfektionsnebenprodukt reagiert, das gesundheitsschädlich ist: Aus Harnsäure und Chlor wird Trichloramin, das Atemwegsbeschwerden und Hautirritationen hervorrufen kann.

    Mehr zum Thema: Jetzt wissen Forscher, was Menschen nach ihrem Tod verspüren

    Omas und Übergewicht der Kinder

    Laut einer Recherche britischer und chinesischer Forscher, die das Wissenschaftsjournal „PLoS ONE“ veröffentlichte, werden mehrere Kinder dick, weil Oma und Opa sie mit Essen verwöhnen. Das sollen Umfragen von Familien in der süd-östlichen Stadt Guangzhou ergeben haben.

    Churchill glaubte an außerirdisches Leben

    Der Direktor des Churchill-Museums in der US-Stadt Fulton, Timothy Riley, entdeckte ein bisher unbekanntes Manuskript des ehemaligen britischen Premierministers Winston Churchill, wie das Magazin „Nature“ schreibt. Das elfseitige Essay enthält Churchills Überlegungen über außerirdisches Leben.

    Churchills damalige Argumente stimmen dem Magazin zufolge sogar mit den heute aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft überein. Beispielsweise behauptete der Brite, dass alle bekannten Lebensformen unbedingt Wasser bräuchten. Churchill kommt auch zu dem Schluss, dass hunderttausende Galaxien existieren, in denen Leben entstehen könnte.

    Mehr zum Thema: Die Uhr tickt: Forscher sagen tödliche Sonneneruption voraus

    Warum glauben Skeptiker nicht an Flug auf Mond?

    Australische Psychologen aus der University of Queensland wissen, warum mehrere Menschen an nachweislich wissenschaftliche Fakten, wie die US-Mondlandung, der Klimawandel oder die Nützlichkeit von Impfungen, nicht glauben. Das sei nicht, weil sie unausgebildet oder starrsinnig seien, sondern weil sie die eigenen Prinzipien nicht aufgeben wollten.

    Um solche Zweifler zu überzeugen, sollte man ihnen zuerst beibringen, dass die Wissenschaft die Grundlagen ihrer Weltanschauung nicht in Frage stellen werde.

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    Studie, Forschung, Wissenschaft