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    „Ein Quäntchen Provokation“: Wofür russische Raketenbauer Elon Musk danken können

    © Sputnik / Alexej Filippow
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    Spektakuläre Raumfahrtprojekte von Elon Musk funktionieren zwar nicht immer reibungslos, wie die jüngste Panne zeigte. Es gibt aber etwas, wofür die Branche im Allgemeinen ihm danken kann. Zu diesem Schluss gelangt die russische Wochenzeitung „WPK“, die die Leistungen des Unternehmers analysiert.

    „Zunächst lief alles einfach ideal – Start für Start, Vertrag für Vertrag. SpaceX absolvierte Transportflüge zur ISS und erhielt dann auch den Auftrag, Militärsatelliten ins All zu schießen. Als Höhepunkt kam das Mars-Projekt. Doch in jedem Plan bringt das Leben seine Korrekturen an. Der ungetrübte und sichere Weltraumkurs von Musk erlebte Störungen“, schreibt die Wochenzeitung. 

    Sie erläutert: „Nach einer erfolgreichen Startserie kam es 2015 zu einer Panne – na gut, so etwas kommt vor. Doch 2016 explodierte eine Trägerrakete direkt auf der Startrampe, was überhaupt niemand erwartete. (…) Das Jahr 2017 verlief triumphal – 18 erfolgreiche Starts von Trägerraketen fanden statt. Für 2018 sind rund 30 Starts geplant. Doch bereits im Januar kam es erneut zu einer Panne. Ein geheimer und immens teurer Militärsatellit erreichte nicht seine Umlaufbahn und stürzte ins Meer.“

    „Was finanzielle Kennziffern von SpaceX betrifft, ist in diesem Bereich bei weitem nicht alles günstig. Dabei beschäftigt sich Musk nicht nur mit Raumfahrtprojekten, er hat auch weitere Assets. Das Unternehmen Tesla, das Elektroautos herstellt, steckt in einer noch schwereren finanziellen Lage, die Verluste häufen sich an. Musk hat also genug Probleme“, stellt die Zeitung fest. 

    Und trotzdem verdient Musk, wie das Blatt weiter schreibt, einen Dank für alles, was er für die Raumfahrt getan hat: „Danke, Mr. Musk, dass Sie jene Behörden und Unternehmen aus dem Schlaf geweckt haben, die auf die eine oder andere Art mit dem Weltraum zu tun haben. Vor allem betrifft dies Russland.“

    „Nach dem Beispiel von Musk hat das russische Chrunitschew-Zentrum seine Arbeit an einem wiederverwendbaren Booster mit Flügeln neugestartet (Projekt Baikal). Der in Miass ansässige Raketenbauer Makejew tüftelt wieder am Entwurf einer wiederverwendbaren Trägerrakete Korona. Auch weitere Betriebe der russischen Raumfahrt-Holding Roskosmos gaben sich einen Ruck“, kommentiert die Zeitung weiter.

    Generell schlussfolgert sie: „Objektiv gesehen mangelte es der Branche eben an einem Quäntchen Provokation (im guten Sinne des Wortes). Jener romantische Pfiff, der dem Anfang der Raumfahrt-Ära eigen gewesen war, ging mit den Jahren verloren – Pragmatismus und Kommerzialisierung gewannen die Oberhand. Die Branche verbürokratisierte sich – sie bedurfte einer Ankurbelung. Musk hat das in vielerlei Hinsicht geschafft, das muss man zugeben.“

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    Tags:
    Entwicklung, Raketen, Weltraum, SpaceX, Roskosmos, Elon Musk, USA, Russland