20:11 21 Februar 2018
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    Wunderpillen für längeres Leben: Amerikaner untersuchen Anti-Aging-Hormone

    © AFP 2018/ Zinyange Auntony
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    US-Forscher aus den Universitäten New York und Yale (Bundestaat Connecticut) haben die Proteine der Familie Klotho und ihren Zusammenhang mit der Lebensdauer untersucht. Die Ergebnisse der Studien wurden in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

    Das Klotho-Protein tritt in verschiedenen Formen zu Tage, nämlich als alpha-Klotho und als beta-Klotho. Die alpha-Variante wurde 1997 vom japanischen Neurowissenschafter Makoto Kuro’o entdeckt und nach einer der Schicksalsgöttinnen, Klotho, benannt. Diese spinnt laut der griechischen Mythologie den Lebensfaden. Die Namenswahl ist kein Zufall: Das Protein kann bisherigen Studien zufolge das Leben von Mäusen um 20 bis 30 Prozent verlängern.

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    Laut dem Forscherteam um Biochemiker Moosa Mohammadi aus der NYU unterstützt alpha-Klotho den sogenannten Fibroblasten-Wachstumsfaktor 23 (FGF23) bei der Ingangsetzung des Anti-Aging-Prozesses.

    Das FGF23-Hormon wird in den Knochen produziert und gelangt über den Blutkreislauf in die Organe. Dorthin überträgt es, je nachdem ob Klotho an- oder abgeschaltet wird, seine Botschaften, folgt aus einem Artikel in „Nature“.

    Beta-Klotho in 3D

    Die Wissenschaftler aus Yale untersuchten die dreidimensionale Struktur einer anderen Variante des Proteins, beta-Klotho. Das Protein reguliert unter anderem den Insulin-

    Signalweg und den Glukosestoffwechsel.

    „In Tieren und einigen klinischen Versuchen konnte mit FGF21, ohne die Kost zu ändern, eine Kalorienreduktion herbeigeführt werden“, zitiert das Portal EurekAlert! den Leiter der Studie, Biochemiker Joseph Schlessinger.

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    Die Recherche weist auf das therapeutische Potential des Proteins hin. Ihre Ergebnisse sollen Auswirkungen auf mögliche künftige Behandlungen von zahlreichen Erkrankungen haben, darunter Diabetes, Übergewicht und einige Krebsarten.

    Bekommen wir bald Wunderpillen?

    Forscher suchen jetzt nach Wegen für den Einsatz ihrer Entdeckungen bei der Behandlung von Krankheiten, die mit Alterungsprozessen verbunden sind. Mohammadis Team arbeitet an Medikamenten, die eine von Nierenerkrankungen verursachte Vergrößerung des Herzens (Hypertrophie) behandeln sollen. Hypertrophie ist ein häufiger Grund für den Tod von Menschen mit beschädigten Nierengefäßen, wie sie etwa durch Bluthochdruck oder Diabetes entstehen, so das Portal.

    Ein Team um Joseph Schlessinger untersucht die Wege, wie das beta-Klotho sowohl gefördert, als auch blockiert werden kann. Höhere Anteile des Proteins sollen gegen Diabetes und Übergewicht helfen. Eine Abriegelung sei möglicherweise bei Therapien von Leberkrebs, Knochenerkrankungen und anderen Störungen erfolgreich.

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