04:01 21 Oktober 2018
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    Familie (Symbolbild)

    Forscher nennen Familienmitglieder, die am meisten nerven

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    Nervig und unbequem, das sind für andere Familienmitglieder vor allem Mütter, Schwestern und Ehefrauen, schreiben Psychologen von der University of California in Berkeley im Fachblatt „American Sociological Review“.

    Normalerweise beschäftigen sich Soziologen und Entwicklungsforscher mit den positiven Aspekten von Familienbindungen. Die Forscher der kalifornischen Universität wollten laut dem Blatt aber etwas anderes untersuchen – nämlich die Faktoren, die eine Familie zu einem unbequemen Ort machen.

    So haben die Psychologen rausgefunden, dass die Beziehungen zu weiblichen Mitgliedern innerhalb einer Familie sich ziemlich ambivalent gestalten können:

    „Einerseits können die Frauen diejenigen sein, von denen das Leben einer Familie abhängt. Andererseits können sie aber unbequem sein und sehr viel meckern“, schreibt Dr. Claude Fischer, Professor an der University of California, in dem Fachblatt.

    Über 1.000 Menschen aus Kalifornien wurden von den Psychologen befragt – jeder der Studienteilnehmer habe im Schnitt zwölf familiäre Bindungen, heißt es in der Fachzeitschrift. Die Testpersonen wurden gebeten, Menschen in ihrem Umfeld zu nennen, die sie als allzu fordernd oder schwierig im Umgang empfinden.

    Es hat sich gezeigt, dass für die meisten Befragten die Beziehungen innerhalb der Familie sehr viel beunruhigender waren als der Kontakt zu Freunden und Bekannten: Im Schnitt gaben die Testpersonen an, dass rund 15 Prozent ihrer Verwandten problematisch seien – unter Freunden oder Bekannten seien es nur sechs bis sieben Prozent.

    Weibliche Familienmitglieder wurden dabei am häufigsten als Stressursache genannt, so die Zeitschrift: Rund jeder dritte Studienteilnehmer gab an, dass vor allem der Umgang mit Müttern, Schwestern und Ehefrauen belastend sei.

    Nun könnte man vermuten, diese Angaben hätten vor allem männliche Testpersonen gemacht. Das Blatt schreibt aber:

    „Diese Ansicht kam nicht nur bei Ehemännern, Söhnen und Enkeln zum Ausdruck, sondern auch bei Töchtern, Schwestern und Müttern.“

    „Menschen sagen oft, dass starke familiäre und soziale Bindungen gut für die Gesellschaft und das Individuum sind. Aber diese Bindungen können Stress ebenso wie Freude hervorrufen. Es ist deshalb wichtig zu verstehen, wie sich diese Faktoren auf unsere psychische und physische Gesundheit auswirken“, schreibt Dr. Fischer in dem Fachblatt.

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    Tags:
    Stress, Nervosität, Frauen, Familie, Forschung, University of California, Kalifornien, USA