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23:34 16 Oktober 2019
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    Genetik (Symbolbild)

    Männliches Y-Chromosom dem Untergang geweiht - Studie

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    Das Y-Chromosom, das das SRY-Gen enthält, welches die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale bedingt, soll in 4,5 Millionen Jahren verschwinden. Darüber schreibt Professor Darren Griffin von der University of Kent (Großbritannien) in einem Artikel, der auf dem Internet-Portal Science Alert erschien.

    Der Genetiker verweist auf den „grundlegenden Nachteil“ des Chromosoms, das im Unterschied zu den anderen Gen-Gruppen in den menschlichen Zellen nicht doppelt, sondern nur einzeln enthalten ist.

    Aus diesem Grund werde das Y-Chromosom auch keiner genetischen Rekombination (Neuanordnung von genetischem Material) unterzogen, die genschädigende Mutationen beseitige und von jeder neuen Generation durchgemacht werde, so Griffin.  Er kommt zu dem Schluss, dass die Gene, die für die Ausprägung des männlichen Geschlechts verantwortlich sind, mit der Zeit degradieren und aus dem Genom verschwinden.

    Wie die neuesten Forschungen jedoch beweisen, werden vom Y-Chromosom Mechanismen entwickelt, die diesen Prozess bremsen. So haben dänische Forscher festgestellt, dass im Y-Chromosom eine aktive Amplifikation – die Bildung von mehreren Gen-Kopien – vor sich geht. Diese sind für das Funktionieren der männlichen Geschlechtsorgane verantwortlich.

    Außerdem soll die Degeneration durch besondere Strukturen – Palindrome – verlangsamt werden, die vorwärts wie rückwärts gelesen identisch sind. Im Falle der Schädigung eines Gens wird dieses wieder hergestellt, indem es die Information von der erhaltenen Hälfte „kopiert“.

    Selbst wenn ein Y-Chromosom völlig schwinden sollte, kann sich das SRY-Gen in ein anderes Chromosom versetzen, dem wiederum die Rekombination fehlen wird.

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