02:11 13 November 2018
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    Schuf eine „Feuerapokalypse“ vor 13.000 Jahren die menschliche Zivilisation?Schuf eine „Feuerapokalypse“ vor 13.000 Jahren die menschliche Zivilisation?

    Schuf eine „Feuerapokalypse“ vor 13.000 Jahren die menschliche Zivilisation?

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    Ein Meteoriteneinschlag, der die Erde in eine Feuerapokalypse stürzt, gilt unter Forschern als eines der wahrscheinlichsten Untergangsszenarien für die menschliche Zivilisation. Neuste Erkenntnisse zeigen allerdings, dass die Menschheit solch ein Inferno vor Tausenden von Jahren bereits überlebt und möglicherweise davon sogar profitiert hatte.

    Laut dem Wissenschaftsjournal Journal of Geology wurde der Ausbruch der letzten Eiszeit, hervorgerufen durch einen Meteoriteneinschlag vor etwa 13.000 Jahren, von massiven Feuerbränden begleitet, die nahezu ein Zehntel der Landfläche unseres Planeten verwüsteten.

    "Heute gibt es die Theorie, dass ein Komet zu dieser Zeit durch die Atmosphäre der Erde geflogen und darin anschließend auseinandergebrochen war. Eine Vielzahl chemischer Indikatoren deutet darauf hin, dass ein Zehntel der Landfläche, etwa 10 Millionen Quadratkilometer, von heftigen Feuerbränden betroffen war", erklärte Adrian Melott von der amerikanischen University of Kansas in Lawrence.

    Die ersten Indizien für diese Naturkatastrophe haben Geologen erst vor etwa zehn Jahren entdeckt, als sie Spuren von „Meteoritenerzen“ in uralten Seen in Mexiko feststellten.

    Melott und seine Kollegen haben nun diese Spuren untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einschlag des Meteoriten zu einer wahren Feuerapokalypse auf weiten Teilen der Erde geführt hatte.

    Observatorium (Symbolbild)
    © Sputnik / Maria Plotnikowa
    Verschiedene untypische chemische Verbindungen, die auf starke Feuer hindeuten würden, seien demnach in verschiedenen Teilen der Welt gefunden worden, sogar in Grönland.

    Insgesamt gehen die Wissenschaftler davon aus, dass diese Brände rund neun Prozent der Biomasse auf der Erde vernichtet hätten. Dies hätte unter anderem zu einer starken Veränderung des Klimas geführt.

    Nicht unbemerkt sei diese Katastrophe auch für die Anfänge der Menschheit dieser Zeit geblieben. Verschiedene indigene Völker Amerikas sind laut dem Team von Melott nach dem Meteoriteneinschlag fast vollständig verschwunden. Ebenfalls hätten einige vor allem große Tierarten, die eine wichtige Nahrungsquelle für die Menschenstämme dieser Region gewesen seien, nicht überlebt.

    Jedes Ende ist auch ein Anfang

    Dennoch könnte diese Katastrophe laut der Studie möglicherweise auch ein Katalysator für die schnelle Regeneration der Natur und sogar für die Entwicklung der Menschheit gewesen sein.

    Die riesigen Mengen an freigesetztem CO2 könnten im Endeffekt den Pflanzenwuchs auf der Erde immens beschleunigt haben.

    Der Platz der verschwundenen Menschenstämme sei vermutlich schnell von anderen Menschengruppen gefüllt worden, die entwickeltere Werkzeuge besessen hätten, und das Verschwinden großer Tiere, die die wichtigste Nahrungsquelle für primitive Jäger- und Sammlerstämme gewesen seien, sei der Anstoß für die Entwicklung der Landwirtschaft und den Ursprung der ersten Zivilisationen im Nahen Osten gewesen, so die These der Wissenschaftler.

    /NG/GS

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    Meteoriteneinschlag, Feuerapokalypse, Jäger- und Sammlerstämme, indigene Völker, Meteor, Menschheit, Wissenschaftler, CO2, Meteorit, Naturkatastrophe, Komet, Zivilisation, University of Kansas, Adrian Melott, Lawrence, Amerika, Erde, Grönland, Naher Osten, Mexiko, USA