05:19 22 Juli 2018
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    Carsten Drebenstedt

    Deutscher Professor: Russische Bergbau-Ausbildung ist die beste weltweit

    © Foto: MISIS NITU
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    In Russland ist die Ausbildung im Bergbauwesen die beste in der Welt. Diese Überzeugung äußerte der Leiter der Professur für Bergbau-Tagebau der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und Ehrenprofessor der Moskauer Nationalen Forschungsuniversität „Berginstitut“ (MISiS), Carsten Drebenstedt, in einem Interview mit Sputnik.

    Drebenstedt nahm am Internationalen Symposium „Woche des Bergbauers 2018“ in Moskau teil. Nach seinen Worten sprechen alle statistischen Angaben für Russland: In Europa gebe es 1600 Bergbau-Studenten, in Australien nur 120, in den USA 400, und in Russland absolvieren jedes Jahr etwa 4500 Studenten ihr Studium im Bergbauwesen. In Russland gebe es insgesamt 37 Fakultäten, wo Bergbauwesen unterrichtet werde, und die Nachfrage sei vorhanden, denn die Rohstoffförderung sei ein sehr wichtiger Zweig der russischen Wirtschaft, so der Professor. Junge Menschen sehen in dieser Branche klare Perspektiven, Stabilität und eine gute Entlohnung.

    Drebenstedt führte an, dass der im Jahr 1786 gegründeten Society of Mining Professors mehrere russische Wissenschaftler und Rektoren von Bergbau-Universitäten angehören, die ihr Land international sehr gut repräsentieren.

    Was unmittelbar den Ausbildungsprozess angeht, so zeigte sich der Professor überzeugt, dass es im Bergbau Aspekte gebe, die nie veralten werden: Mathematik, Naturwissenschaften, Maschinenbau, Ingenieurwissenschaften sowie Arbeitsschutz und Wirtschaft – all diese Disziplinen seien noch vor 500 Jahren beschrieben worden.

    Zugleich verwies Drebenstedt darauf, dass Bergbauspezialisten heutzutage immer mehr Fachkenntnisse brauchen. Besonderes Augenmerk sollte nach seinen Worten auf komplexes Management und diverse benachbarte Disziplinen gerichtet werden. Die Globalisierung führe immerhin dazu, dass die Ausbildung im Bergbauwesen generalisiert werden und die Meinung bzw. die Interessen der „Nachbarn“ berücksichtigen sollte.

    Ein Induktionsschmelzofen mit einem Hitzemesser
    © Foto : The National University of Science and Technology MISiS/Maria Brodskaya
    Professor Drebenstedt verwies darauf, dass die Bergakademie Freiberg schon seit vielen Jahren mit der russischen Universität „MISiS“ zusammenwirke. Unter anderem werden den Studenten Doppeldiplome ausgestellt. Die beiden Universitäten rücken dadurch näher aneinander, ihre Studenten bekommen gute Möglichkeiten für die Sprachpraxis. Darüber hinaus gebe es zwischen westeuropäischen und russischen Berghochschulen und Universitäten diverse Programme zur Öl- und Gaserschließung, an denen sich unter anderem die „MISiS“ beteilige.

    Der Beruf des Bergbauers habe sich in letzter Zeit ziemlich verändert, stellte Drebenstedt fest. Jetzt seien nicht nur physisch starke Männer gefragt, die mit Hämmern arbeiten, sondern inzwischen werden zahlreiche digitale Anlagen, Sensoren, Roboter usw. eingesetzt. Spezialisten müssen für die hohe Qualität und Sicherheit der Arbeitsprozesse sorgen, gute Beziehungen zu Nachbarländern pflegen und die Welt gemeinsam in Ordnung bringen, resümierte Drebenstedt.

    Tags:
    Professor, Bergbau, Lob, MISIS, Deutschland, Russland
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