01:02 16 Oktober 2018
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    US-Wissenschaftler warnen vor globaler „Sintflut“

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    Die Erhöhung des Weltmeerespegels um rund ein halbes Meter gegen Ende dieses Jahrhunderts droht mit einer Überschwemmung zahlreicher Inseln und küstennaher Städte. Zu diesem Schluss gelangten Klimaforscher aus der University of Colorado Boulder.

    Wie das Forscherteam in einem im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ abgedruckten Beitrag feststellten, erhöht sich der Pegel des Weltmeeres alle zwölf Monate um 2,9 Millimeter. Dabei beschleunige sich dieses Wachstum in den letzten 25 Jahren um etwa 0,084 Millimeter pro Jahr, hieß es. Daraus ergibt sich, dass das Weltmeer zum Jahr 2100 im Vergleich zu Beginn des 21. Jahrhunderts um 65 Zentimeter höher wird.

    Bei ihren Berechnungen hatten die Wissenschaftler die Rolle lokaler Naturkatastrophen wie des Ausbruchs des Pinatubo-Vulkans auf den Philippinen oder des Klimaphänomens El Nino minimiert. „Die Prognosen werden uns zu verstehen helfen, wie die Erde auf die globale Klimaerwärmung reagiert und wie sich die Dynamik dieses Prozesses künftig ändern wird“, heißt es in der Studie. Sollten die Berechnungen, deren Toleranz bei etwa 30 Prozent liegt, stimmen, würden mehrere Küstenstädte und kleine Inseln komplett überflutet.

    Als Ursache für künftige Kataklysmen nennen die Wissenschaftler das katastrophale Schmelzen von Gletschern in Grönland und in der Antarktis. In der Gefahrenzone lägen die Küste von Südflorida und Bangladesch, sowie Shanghai und Teile Washingtons.

    Zuvor hatten Klimaforscher in den USA und Kanada einen Bericht veröffentlicht, wonach in den nächsten 25 Jahren bis zu 100 Millionen Menschen durch Kataklysmen als Folge des höher werdenden Weltmeerespegels betroffen werden könnten. Mit dem stärksten Schlag der Natur hätten Menschen in Zentraleuropa, Afrika, Indien, Pakistan, Indonesien und China zu rechnen.

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    Tags:
    Wandel, Klima, Menschen, Forscher, Überschwemmung