19:01 25 Februar 2018
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    Essen für Kosmonauten

    Das sollen russische Kosmonauten unterwegs zum Mond essen

    © AP Photo/ Michael Stravato
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    Russische Forscher arbeiten einem Zeitungsbericht zufolge am Speiseplan für einen bemannten Mondflug. Sie erläutern, was dieses Menü enthalten soll. Ein Kosmonaut verrät unterdessen, welches Essen ihm während seiner früheren Missionen am meisten fehlte.

    Wie die Zeitung „Iswestija“ berichtet, hat das russische Forschungsinstitut für Nahrungskonzentrat-Industrie und spezielle Nahrungs-Technologie damit begonnen, das Menü für die Besatzung des geplanten russischen Raumschiffs Federazija auszuarbeiten. Dieses Raumschiff wird derzeit vom Konzern RKK Energija entwickelt, dessen Pläne einen bemannten Flug zum Mond Ende 2027 vorsehen.

    Ein Sprecher des Instituts sagte dem Blatt: „Der Verpflegung soll der Speiseplan für die Besatzung des Sojus-Raumschiffes zugrunde liegen, das Raumfahrer zur ISS befördert. Jener Speiseplan soll nun durch gefriergetrocknete Produkte ergänzt werden.“

    Das Federazija-Raumschiff soll, wie es hieß, einen Nahrungsmittel-Vorrat für neun Tage an Bord nehmen – dreimal so viel wie ein Sojus-Transporter. Dessen Speiseplan enthält derzeit Konserven, Brot, Fruchtstäbchen, Süßgebäck und eine Packung Saft.

    Das Mondflug-Menü soll dagegen keine Säfte enthalten, auch keine Suppen. Stattdessen soll es eben gefriergetrocknete Speisen geben – entwässertes Essen in kleinen Stückchen oder auch pulverartig.

    Um eine tischfertige Speise zu bekommen, muss einfach heißes Wasser in die Verpackung gegossen werden. Außerdem soll das Mond-Menü konservierte Fisch-, Fleisch- und Gemüse-Imbisse sowie fruchtige Nachspeisen enthalten.

    Jeder Kosmonaut soll dabei 2.700 bis 3.000 Kilokalorien täglich bekommen – dies entspricht den geltenden Normen für die ISS-Besatzung. Eine weitere wichtige Anforderung an die Lebensmittel bei einer Mond-Mission ist die Fähigkeit, die schädliche Wirkung der erhöhten Strahlung zu mildern. Solche Eigenschaften gibt es, wie die Zeitung schreibt, etwa bei Nahrungsmitteln mit einem hohen Gehalt an Kalzium, Kalium, Jod, Pektinen sowie Vitaminen P, B und C.

    Bei der Entwicklung des Mond-Speiseplans wirkt auch das russische Institut für Medizin- und Biologie-Probleme mit. Dessen Forscher Alexander Agurejew, Abteilungschef für ISS-Verpflegung, verwies auf technische Besonderheiten bei Missionen im All. An Bord  der Internationalen Raumstation gibt es beispielsweise einen Ofen, um Konserven aufzuwärmen. Die Raumschiffe haben wegen Platzmangel aber keine solche Option.

    Der russische Kosmonaut Oleg Nowizki sagte: „Zwar deckt der ISS-Speiseplan völlig die Nahrungsbedürfnisse der Raumfahrer und ist von seiner Zusammensetzung her ausgeglichen. Doch mir mangelte es während des Flugs immer an jenem Essen, das sich im All nicht zubereiten lässt und allgemein als schädlich gilt: Bratkartoffeln, gebratene Eier, Schaschlik (Fleischspieße – Anm. d. Red.). Man sehnt sich danach, was man zu Hause bekommen kann und im Orbit nicht hat.“

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    Tags:
    Forschungen, Kosmonauten, Essen, Reise, Raumstation ISS, Mond, Weltraum, Russland
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