16:17 16 Dezember 2018
SNA Radio
    Bild der Galaxie

    Gute Nachricht für unsere Galaxie: Andromeda wird uns nicht verschlingen

    CC BY 2.0 / John Fowler / Milky Way
    Wissen
    Zum Kurzlink
    1313

    Ein Forscherteam hat die Prognosen in Bezug auf die Zukunft unserer Galaxie – der Milchstraße – voll und ganz revidiert. Das Fachmagazin „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ berichtet.

    Bislang hieß es, dass unsere Galaxie in etwa vier Milliarden Jahren auf ihren größeren Nachbarn, die Galaxie Andromeda, pralle und von diesem regelrecht verschlungen werde.

    Ein Forscherteam hat nun eine neue Berechnungsmethode angewandt und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Größe der genannten Galaxien bislang unterschätzt worden sei. Die Andromeda-Galaxie ist demnach scheinbar leichter als bisher angenommen: Statt zwei- bis dreimal so groß wie unsere Milchstraße, soll unsere Nachbargalaxie beinahe gleich groß und schwer sein. Aus diesem Grund mussten die existierenden Modelle des Zusammenstoßes unseres galaktischen Zuhauses mit Andromeda von Grund auf revidiert werden.

    „Dies verändert völlig unsere Vorstellung von der Lokalen Gruppe (Gruppe von Galaxien, darunter die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie – Anm. d. Red.)“, erläuterte Prajwal Kafle, Leiter der Forschungsgruppe vom Internationalen Zentrum für Radioastronomie-Forschung (Icrar) der University of Western Australia und der Curtin University in Perth.

    „Wir dachten früher, dass es in dieser Nebelgruppe eine sehr große Galaxie (Andromeda – Anm. d. Red.) gibt, und unsere Milchstraße etwas kleiner ist, aber dieses Modell hat sich nun völlig geändert“, fügte er hinzu. „Es ist beeindruckend, dass wir neue Methoden anwenden konnten und dass die seit 50 Jahren existierende Vorstellung über die Lokale Gruppe im Handumdrehen auf den Kopf gestellt wurde.“

    Zusammenstöße und gegenseitiges Verschlucken von Galaxien sind eigentlich nichts Außergewöhnliches. Derartige Prozesse erfolgen im All regelmäßig. Heute kann keiner mit Sicherheit sagen, was sich in vier Milliarden Jahren konkret abspielen wird. Die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie könnten sich zusammenschließen, ein System von zusammenwirkenden Galaxien bilden oder einfach auseinandergehen. Es gibt viele Varianten. Klar ist laut den Wissenschaftlern jedenfalls, dass sich die Andromeda-Galaxie der Milchstraße mit einer Geschwindigkeit von etwa 120 Sekunden/Kilometer nähere.

    Grund zur Sorge gebe es aber nicht, versichern die Forscher. Wegen der enormen Distanz zwischen den Weltraumobjekten sei die Möglichkeit, dass einzelne Sterne oder Planeten zusammenstoßen, praktisch ausgeschlossen. Außerdem würde der ganze Vorgang weder für unseren Planeten noch für das Sonnensystem im Wesentlichen kaum Veränderungen nach sich ziehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Planeten-Killer im Universum entdeckt
    Theorie der Planeten gerät ins Wanken - "Monster Planet" entdeckt
    Sonnensystem soll noch einen Planeten enthalten – Nasa
    Forscher entdecken Planeten mit Atmosphäre wie Schaumstoff – Studie
    Tags:
    verschlingen, Nebelgruppe, galaktisches Zuhause, Nachbargalaxie, Curtin University, Australien, University of Western Australia, Internationales Zentrum für Radioastronomie-Forschung (Icrar), Fachmagazin "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society", Prajwal Kafle, Lokale Gruppe von Galaxien, Galaxie, Andromeda, Milchstraße