06:47 16 August 2018
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    das menschliche Gehirn (Symbolbild)

    „Psyche mit einem Einstellgriff justieren“: Fortschritte russischer KI-Forschung

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    Künstliche Intelligenz (KI) gehört zu den Forschungsbereichen des russischen Kurtschatow-Instituts. Dessen Fachleute versuchen nach eigenen Worten, Vorgänge der lebendigen Natur nachzubilden. Unter anderem wird an Robotern mit Emotionen gearbeitet.

    „Wir betrachten künstliche Intelligenz als Teil dessen, was wir als naturähnliche Technologien bezeichnen. Diese bilden Vorgänge und Systeme der lebendigen Natur nach. Wenn ein Supercomputer auf Grund naturähnlicher Technologien funktionieren wird, wird auch sein Energieverbrauch ebenso gering sein wie bei einem menschlichen Gehirn“, sagte Oleg Naraikin, Vizepräsident des Instituts, nach Angaben der Zeitung „Iswestija“.

    Gerade Supercomputer stehen derzeit, wie Naraikin erläuterte, der künstlichen Intelligenz am nächsten. Sie verbrauchen aber immens viel Energie – eine Million Mal so viel wie ein menschliches Gehirn.

    „Das Problem besteht darin, dass ein Computer technisch ganz anders aufgebaut ist. Deshalb erforschen wie nicht nur die Grundsätze, wie ein Gehirn funktioniert, sondern geben uns auch Mühe, sie nachzubilden“, so der Forscher.

    „Entsprechende Programm-Algorithmen gibt es bereits – das sind sogenannte neuromorphe Systeme. Nun arbeiten wir an der Hardware: Das Rechnersystem selbst soll ebenfalls wie ein Gehirn funktionieren“, betonte Naraikin.

    Er sagte weiter: „Es ist eine der Hauptrichtungen unserer Arbeit, naturähnliche Netzwerke zu schaffen, die das Funktionieren des menschlichen Gehirns modellieren. Bereits jetzt sind sie in der Lage, komplizierte Aufgaben zu lösen, und befinden sich von ihrem Energieverbrauch her auf einem Stand, der sich dem menschlichen Stand nähert.“

    „Wir versuchen, die Computer an die Möglichkeiten der ‚Krone der Schöpfung‘ heranzubringen, denken aber ständig daran, wie man dies auf eine optimale Weise tun könnte, um die Natur nachzuahmen.“

    Beim Kurtschatow-Institut ist das Zentrum für Nano-, Bio-, Informations-, Kognitiv- und Soziohumanitär-Wissenschaften angesiedelt. Walerij Karpow, der an diesem Zentrum das Robotik-Labor leitet, sagte: „Unser Labor versucht eben, einige Sachen aus der Natur zu entlehnen. Ein Roboter soll Emotionen eines Menschen verstehen – nach dessen Gesichtsausdruck und Gesten. Daran wird bei uns längst gearbeitet.“

    „Nicht weniger interessant ist eine andere Frage: Kann ein Roboter auch Emotionen haben? Solche Systeme gibt es bei uns ebenfalls. Es gibt beispielsweise einen Roboter, dessen Psyche sich buchstäblich mit einem Einstellgriff justieren lässt, wobei er sich aus einem Melancholiker in einen Choleriker verwandelt. Denn in verschiedenen Situationen soll eine KI unterschiedlich auf die Außenwelt reagieren“, so Karpow.

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    Tags:
    Gehirn, Forschung, Labor, Computer, Technologien, System, Roboter, künstliche Intelligenz, Russland
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