05:05 21 November 2018
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    Weltraumroboter (Symbolbild)

    Rekordverdächtige Roboter aus Russland: „So etwas hat noch niemand getan“

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    Humanoide Roboter für Katastrophenschutz und Weltraumforschung, unbemannte Tauchfahrzeuge für spektakuläre Forschungsmissionen am Meeresgrund, Drohnen für militärische Zwecke – Russlands staatlicher Fonds für zukunftsträchtige Forschungen (FPI) arbeitet an verschiedenen fortgeschrittenen Robotersystemen.

    Vitali Dawydow, der Vorsitzende des wissenschaftlich-technischen Rates des FPI, sagte der Zeitung „Iswestija“, die Arbeiten am humanoiden Roboter Fjodor seien bereits zu Ende: „Die erzielten Ergebnisse werden derzeit ans Katastrophenschutz-Ministerium übergeben. Wie sich dabei herausstellte, interessieren sie nicht nur die Katastrophenschützer, sondern auch weitere Ministerien sowie Staatsholdings.“

    „Viele haben wohl gehört, dass Fjodors Technologien von der Raumfahrt-Holding Roskosmos verwendet werden sollen, um einen Testroboter zu bauen und ihn dann mit dem neuen russischen bemannten Raumschiff Federazija fliegen zu lassen“, so Dawydow. Zuvor hatte der Fonds mitgeteilt, während dieses Testflugs (zunächst ohne Menschen an Bord) solle der ferngesteuerte Roboter am Pult des Raumschiffs sitzen, ohne es allerdings real zu lenken.

    „Großes Interesse für Fjodor zeigte auch die Atomenergie-Holding Rosatom – sie braucht Technologien für Arbeiten unter Bedingungen, die für Menschen gefährlich sind, beispielsweise bei der Entsorgung von Atommüll“, berichtete Dawydow.

    Computerzentrum von CERN (Archivbild)
    © AP Photo / Martial Trezzini
    Wie er mitteilte, arbeitet der Fonds auch an unbemannten Tauchfahrzeugen: „Vorgesehen ist insbesondere die Entwicklung eines Untersee-Fahrzeugs für Einsätze in extremen Tiefen. Wir wollen es im Marianengraben testen. Dabei planen wir nicht bloß einen Abstieg auf den Meeresgrund wie unsere Vorgänger, sondern auch die Möglichkeit, sich im bodennahen Bereich zu bewegen und dort Forschungen durchzuführen. So etwas hat noch niemand getan.“

    Generell sagte Dawydow: „Bei uns wird eine ganze Palette von Robotersystemen verschiedener Bestimmung entwickelt – boden-, luft- und seegestützt. Sie sollen Aufklärungs-, Transport- sowie Kampfeinsätze absolvieren.“

    „Einer der Arbeitsbereiche auf diesem Gebiet besteht darin, das Erscheinungsbild von Drohnen zu lösen und deren Einsatzweise, darunter auch in Gruppen, zu erarbeiten. Wenn in demselben Tempo weiter gearbeitet wird, wird sich die Anwendung von Drohnen aus meiner Sicht bereits in nächster Zeit wesentlich ausweiten, darunter auch bei der Lösung von Kampfaufgaben“, prognostizierte Dawydow.

    Im Hinblick auf den US-Laufroboter BigDog wurde er gefragt, ob auch der russische Fonds an ähnlichen Projekten tüftelt. Die Antwort lautete: „Was Laufroboter für Güter- oder Munitionstransporte betrifft, so arbeitet der Fonds nicht daran. Manche Organisationen, mit denen wir kooperieren, haben sich aber auf eigene Initiative mit solchen Entwicklungen beschäftigt. Die Frage, ob man einen solchen Roboter auf dem Kampffeld braucht, ist offen. In den meisten Fällen ist es günstiger, Rad- oder Kettenfahrzeuge einzusetzen.“

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    Tags:
    Forschungen, Raumschiff, Entwicklung, Drohnen, Roboter, Roskosmos, Weltraum, Russland