09:53 21 April 2018
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    Warum sich der menschliche Genpool verschlechtert – Forscher

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    Zwei grundlegende biologische Mechanismen führen dazu, dass sich der Genpool der Menschen allmählich verschlechtert. Dies teilte der russische Wissenschaftler, Biologe und Fachmann im Bereich der Evolutionstheorie Alexander Markow am Mittwoch gegenüber Medien mit.

    Der erste Grund liege in der Schwächung der Selektion gegen schädliche Mutationen.

    „Früher starben kranke Menschen oder Menschen mit einer sehr schwachen Gesundheit noch in der Kindheit, es erfolgte eine Art ‚Aussortierung‘ ungünstiger Mutationen. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts geschah eine echte Revolution im Bereich der Sozialversicherung, der Medizin, dazu kamen die Lösung des Problems des Hungers, Renten für Behinderte und Invaliden, Rehabilitierungsprogramme, Antibiotika usw. Die Sterblichkeitsrate bei Kindern sank fast auf null. Das heißt, alle überleben, und daher funktioniert die Selektion nicht mehr“, erläuterte Markow.

    Heutzutage werden ihm zufolge im Durchschnitt 70 Mutationen bei Neugeborenen registriert, die deren Eltern gar nicht hatten. Darunter tauchen auch neutrale Veränderungen auf, allerdings gibt es einige Mutationen, die die Qualität der Arbeit des Organismus mindern können, indem sie sein System bzw. Teilsystem (Muskeln, Gerippe usw.) oder die Funktionsfähigkeit des Gehirns verschlechtern.

    Daraus resultiert der zweite Grund einer möglichen Verschlechterung des Genpools. Die von Forschern verschiedener Länder durchgeführten Studien haben gezeigt, dass sich die schädlichen genetischen Varianten nicht einfach anhäufen, sondern von der Selektion unterstützt werden, weil sie es den Menschen ermöglichen, sich unter den modernen Bedingungen besser fortzupflanzen.

    In der modernen Gesellschaft sei die Tendenz erkennbar, dass sich ungebildete Menschen besser fortpflanzen, fügte Markow hinzu.

    Wie der Forscher erläuterte, hinterlassen Menschen, die genetisch dazu veranlagt sind, klug und gut ausgebildet aufzuwachsen, weniger Kinder, weil sie im Durchschnitt einfach später Kinder auf die Welt bringen. „Nicht viel später – im Durchschnitt ein bis zwei Jahre später. Aber das ist genug, um einen bedeutenden Druck der Selektion gegen die Gene der Intelligenz und der Bildung zu schaffen“, schloss Markow.

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    Tags:
    Organismus, Intelligenz, Mutation, Gesundheit, Selektion, Evolution, Alexander Markow, Russland
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