00:28 13 Dezember 2018
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    Figur des Roboters aus dem Film Metropolis von Fritz Lang bei einer Ausstellung in London (Archivbild)

    Welterster Cyborg in norditalienischer Nekropolis entdeckt

    © AFP 2018 / Ben Stansall
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    Forscher der Universität La Sapienza in Rom haben in Norditalien die Überreste eines Menschen ausgegraben, der anstelle seiner rechten Hand ein langes Messer hatte. Über den Fund aus dem 6. Jahrhundert berichtet das Fachblatt „Journal of Anthropological Sciences“.

    Das Gerippe soll in einer langobardischen Nekropolis aus dem 6.-8. Jahrhundert entdeckt worden sein und einem etwa 40 bis 50 Jahre alt gewordenen Mann gehört haben, dessen rechte Hand und ein Teil des Unterarms offenbar amputiert worden waren. Dies sei auf eine schwere Verletzung bzw. eine Fraktur zurückzuführen, so die Wissenschaftler.

    Die Elle und Speiche weisen ihnen zufolge Spuren einer Prothese auf, einschließlich eines Knochenkallus und eines Sporns. Außerdem spreche für die Prothesentheorie der wesentliche Zahnabrieb, der mutmaßlich aus dem Festziehen der die Prothese stützenden Riemen resultiert sei. Entdeckt worden seien auch Reste des Leders, das vermutlich als verstärkendes Material gedient habe.

    Auf dem Gerippe soll außerdem eine Klinge gelegen haben, deren Ende neben der amputierten Hand gewesen sei. Die Archäologen glauben, es sei Bestandteil der Prothese, weil bei anderen Skeletten in der Nekropolis die persönlichen Waffen immer neben dem Körper platziert gewesen seien.

    Als Cyborg wird ein Lebewesen bezeichnet, das über mechanische oder elektronische Komponenten verfügt. Eine Richtung der Cyborgisierung ist die Prothetik, die einem Menschen Körperteile oder ganze Organen ersetzt. Als Prothesen gelten unter anderem bionische Hände, Augenimplantate oder künstliche Herzen.

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    Gerippe, Prothese, Archäologen, Entdeckung, Fund, Roboter, Transplantation, US-Fachblatt "Science Alert", Rom, Italien