02:19 25 Juni 2018
SNA Radio
    Aliens (Symbolbild)

    Weder Atomtests noch City-Lichter: Wie können Aliens uns entdecken?

    © Foto: Pixabay
    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 3716

    Laut Schätzungen der Astronomen ist eine Milliarde Planeten in unserer Galaxie potenziell bewohnbar. Wenn auf einem davon eine hoch entwickelte Zivilisation lebt, wird sie auch nach fühlenden Wesen im All suchen. Wie wahrscheinlich ist es, dass mögliche Aliens uns entdecken? Darüber berichtet der leitende Astrophysiker Jewgeni Semenko für Sputnik.

    Gasförmige Lebenszeichen

    Im Rahmen eines Gedankenexperiments wies bereits in den sowjetischen Zeiten der Astronom Iosif Schklowski im seinen Buch folgendes nach: Wenn intelligente Marsbewohner unsere Erde beobachten würden, würden sie weder die Spuren der Landwirtschaft noch Lichter der Großstädte oder Atomtests bemerken. Sie würden nur dahinterkommen, dass aufgrund des freien Sauerstoffs eine Biosphäre existieren könnte.

    „Sauerstoff selbst weist nicht eindeutig auf Leben hin. In der Atmosphäre müssen Gase sein, die im Prozess der Lebenstätigkeit entstehen“, kommentiert der leitende russische Forscher Jewgeni Semenko die Mutmaßungen von Schklowski.

    Außer Sauerstoff sollen sich auch Ozon, Wasser, Methan und Kohlendioxid in der Atmosphäre befinden. Ihre Präsenz kann mit Sonden festgestellt werden. Jedoch sei eine Zivilisation auf unserem Entwicklungsniveau höchstwahrscheinlich zu weit entfernt, um ein Gerät hierher zu schicken.

    Strahlen durch das All

    Ein weiteres mögliches Kennzeichnen sind verschiedene Strahlungen. Radiowellen, die wir vor einigen Jahrzehnten überall verwendet haben, können sich lichtschnell und unbehindert durch den Weltraum verbreiten und irgendwann ziemlich weit entfernte Gebiete des Weltraums mit potenzieller außerirdischen Intelligenz erreichen. Im Gegensatz dazu sind die Strahlen unserer neueren Technologien meistens verborgen, weswegen Aliens die heute gesendeten Informationen niemals abfangen werden.

    „Daher werden wir im Laufe der Zeit für einen außenstehenden Beobachter immer weniger sichtbar werden. Die Zeichen unserer Aktivität werden nur in der Nähe der Erde erkennbar sein“, betont Semenko.

    Theoretisch könnten wir mit Lichtstrahlen Signale aussenden, indem wir eine Laser-Bake auf der Erdumlaufbahn kreieren. Moderne Anlagen können durch dutzende Lichtjahre strahlen. Jedoch wäre ein solcher Strahl im Vergleich zur Sonne zu schwach und würde verloren gehen.

    „Die Unterscheidung eines Außensignals mitten im Lichtstrom eines Heimatsterns ist viel komplizierter als man glaubt“.

    Menschengemacht und winzig

    Was unsere Raumflugkörper betrifft, sind sie viel zu klein, um außerhalb ihrer unmittelbaren Nähe entdeckt zu werden. Das Gleiche gilt auch für größere Objekte wie die Internationale Raumstation oder sogar für unsere müllgespickte Erdumlaufbahn.

    Mutmaßungen beziffert

    Zuletzt haben Forscher Formeln ausgearbeitet, welche die Wahrscheinlichkeit von nach uns suchenden Zivilisationen berechnen sollen. Nach pessimistischen Schätzungen gehen uns 0,000125 Zivilisationen nach, Optimisten glauben an 5000 außerirdische „Fahnder“.

    Letzten Endes können wir bloß auf den Kosmos hören und Botschaften senden. Jewgeni Semenko glaubt jedoch, dass wir die Suche fortsetzen sollen. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit unserer Auffindung praktisch gleich Null sei, helfe es, die wahren Werte unserer Zivilisation und unseren Platz im Universum zu bestimmen. 

    Zum Thema:

    Untier aus dem Weltraum? Netz wegen irrem Kadaver von den Socken – VIDEO
    Ein Herz und eine Seele im Weltraum
    Wie „kotzender“ Roboter bei Erschließung des Weltraums helfen wird – VIDEO
    Russen steigen in freien Weltraum aus – VIDEO
    Tags:
    Lebenszeichen, außerirdische Zivilisationen, Aliens, Intelligenz, Kontakt, Wissenschaft, Jewgeni Semenko, Weltall