13:00 19 Juni 2018
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    Krebsforschungszentrum in Moskau

    Dank Biomarker ist Krebs bei Früherkennung heilbar – Akademiemitglied Glybotschko

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    Nikolaj Jolkin
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    Die Früherkennung von Prostatakrebs im ersten Stadium erlaubt seine Heilung, meinte im Sputnik-Interview der Rektor der Ersten Staatlichen Medizinischen Setschenow-Universität Moskau, Pjotr Glybotschko. Man hat es gelernt, auch Milchdrüsen- und Schilddrüsenkrebs zu heilen.

    Heute komme es darauf an, erläuterte der Wissenschaftler, „dass wir Biomarker für die Früherkennung anderer Nosologien entwickeln, um unseren Patienten Hilfe leisten zu können. Auch wenn sie nicht zu 100 Prozent von Krebs geheilt werden können, sollte man wenigstens ihre Lebensqualität verbessern und ihr Leben nicht um fünf bis zehn Jahre, sondern viel wesentlicher verlängern. Hier ist die Früherkennung der Erkrankung auf der DNA-Ebene mittels Genomtechnologie ausschlaggebend. Dadurch lassen sich die Erkrankungen besser vorhersagen, was auch das Ergebnis der Behandlung positiv beeinflusst.“

    Wer wird es tun: Computer oder Arzt?

    Pjotr Glybotschko ist der Meinung, dass es doch ein Arzt sein wird.

    „An unserer Universität bilden wir schon heute Ärzte der Zukunft heran, die moderne Genomtechnologien beherrschen, von Gewebekonstruktionen Gebrauch machen, Zelltechnologien einsetzen sowie auch Informations- und digitale Technologien in der Patientenbehandlung anwenden. Ich bin mir sicher, dass viele Krankheiten besiegt werden, wenn es dem Arzt gelingt, sich den Einblick in das Innere der Zelle zu verschaffen. Deshalb veranstalten wir ein Schweizer-russisches Forum, um neues Wissen und neue Behandlungstechniken auszutauschen, in der Schweiz wie in Russland.“

    Das 5. Gesundheitsforum, das die Setschenow-Universität zusammen mit dem Swiss Russian Forum in Moskau am 21. und 22. September dieses Jahres veranstaltet, gilt in diesem Jahr gerade der Krebsbekämpfung. Allein in Russland kommen jedes Jahr durch diese Krankheit bis zu 300 000 Menschen ums Leben, darunter auch im erwerbsfähigen Alter.

    Béatrice Lombard-Martin und Pjotr Glybotschko auf dem Petersburger Wirtschaftsforum
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Béatrice Lombard-Martin und Pjotr Glybotschko auf dem Petersburger Wirtschaftsforum

    Die geschäftsführende Präsidentin des Swiss Russian Forums, Béatrice Lombard-Martin, unterstützt gerne die russische Universität, die die Zusammenarbeit mit europäischen Universitäten sucht.

    „Wir werden an der Setschenow-Universität die Möglichkeit haben, die ganze Session, das heißt, das Programm, mit verschiedenen anderen Universitäten in Russland, die daran interessiert sind, zu verlinken. Es gibt auch Direktübertragungen. Das Thema Onkologie ist für die Schweiz nicht weniger interessant. Und wir haben schon konkrete Vorstellungen, wer von den Professoren und Ärzten, die wir aus der Schweiz nach Russland bringen wollen, sich an den Diskussionsrunden beteiligen wird.“

    Die Schweiz könne auch von den russischen Erfahrungen in diesem Bereich profitieren, so Lombard-Martin. „Die Russen sind nicht schlechter als die Schweizer. Das muss immer gegenseitig sein. Gerade im medizinischen Bereich ist es wichtig, dass man sich international vernetzt. Und diese Vernetzung ist für die allgemeine Medizin und für die Menschen generell sehr wichtig. Deshalb haben wir besondere Freude, dass sich da Russland wieder öffnet.“

    Während des Internationalen Wirtschaftsforums in Petersburg wurde das entsprechende Abkommen unterzeichnet, wobei die in der Welt der Mediziner berühmte russische Lehr- und Forschungsanstalt ihre Räumlichkeiten angeboten hat.

    Was die Uni dazu veranlasst hatte, dies erläuterte ihr Rektor folgendermaßen: „Im Februar haben die Parlamentschefs Russlands und der Schweiz Fragen rund um das Gesundheitswesen und die Arzneimittelversorgung bei der Behandlung von Krebs erörtert. Danach haben wir uns bei verschiedenen Veranstaltungen der Weltgesundheitsorganisation mehrmals getroffen, haben uns die Organisation des Gesundheitswesens in der Schweiz angeschaut und nun beschlossen, Probleme der Krebsbekämpfung an unserer Universität  zu diskutieren, vor allem, da die Onkologie in Putins Rede zur Lage der Nation prioritäre Beachtung gefunden hat. Wir wollen die Entwicklung neuer Arzneimittel und ihre Implementierung in der klinischen Praxis sowie die Entwicklung von Diagnose-Ausrüstungen erörtern. All das wird unter anderem auch den Aufbau eines wirksamen onkologischen Dienstes in Russland ermöglichen.“

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    Tags:
    Krebserkrankung, Genom, Arzneimittel, Forum, Vernetzung, Behandlung, Bekämpfung, Krebs, Versorgung, Gesundheitswesen, DNA, Gesundheit, Zusammenarbeit, Schweiz, Russland
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